In den letzten Jahren hat das Universitätsspital Zürich (USZ) einen dunklen Schatten über sich schweben sehen. Die Geschichte von Daniel Rüegg, einem ehemaligen Patienten, ist da nur ein Teil des Puzzles. Nach einer komplizierten Herzoperation, die im Jahr 2018 von Francesco Maisano, dem damaligen Klinikleiter, durchgeführt wurde, erlebte Rüegg eine regelrechte Odyssee. 40 Tage auf der Intensivstation, teils im Koma, und insgesamt 26 Nachoperationen – das sind keine Zahlen, die man einfach so wegstecken kann. Wer könnte sich da nicht ein wenig verloren fühlen, oder?

Rüegg wurde wegen einer beschädigten Herzklappe operiert, aber die Dinge nahmen eine unerwartete Wendung. Die Komplikationen waren so gravierend, dass er nach all dem wieder lernen musste, zu schlucken, zu atmen, zu reden und zu gehen. Man fragt sich: Wie kann das in einem so renommierten Spital passieren? Und die Antwort ist alles andere als beruhigend. Zwischen 2016 und 2020 kam es unter der Leitung von Maisano zu über 70 unerwarteten Todesfällen, was ein Untersuchungsbericht klar aufdeckte. Unglaublich, oder?

Ein Schatten über der Herzchirurgie

Die externe Untersuchung, die im Mai 2024 eingeleitet wurde, deckte auf, dass zwischen 2014 und 2020 in der Herzchirurgie des USZ eine erhöhte Sterblichkeit herrschte. Die Kommission, geleitet von Niklaus Oberholzer, einem ehemaligen Richter am Schweizerischen Bundesgericht, stellte fest, dass von 307 untersuchten Todesfällen bis zu 77 als nicht zu erwartend galten. Hauptverantwortlich dafür? Ja, genau, Francesco Maisano. Er verwendete ein eigenes Implantat, das Cardioband, welches in vielen Fällen zu Komplikationen führte und nicht mal für alle Patienten geeignet war.

Die Analyse offenbarte ein systematisches Versagen in der Führungskultur des USZ. Warnsignale wurden ignoriert, und die Qualität der Behandlung ließ zu wünschen übrig. Spitalleitung, Spitalrat und Aufsicht haben nicht eingegriffen, obwohl die Anzeichen mehr als deutlich waren. Und jetzt, nach all diesen Enthüllungen, möchte die neue CEO Monika Jänicke eine Wende herbeiführen – strukturelle und kulturelle Veränderungen sollen den guten Ruf des USZ wiederherstellen.

Eine bittere Pille für die Patienten

Rüegg und Erika Ziltener, Präsidentin des Dachverbands Schweizerischer Patientenorganisationen, haben sich zusammengetan, um Licht ins Dunkel zu bringen. Sie forderten Unterlagen und reichten eine Schadenersatzforderung beim USZ ein – aber die wurde abgelehnt. Verständlich, dass Rüegg schließlich entschloss, die rechtlichen Schritte nicht weiter zu verfolgen und sich stattdessen auf sein Leben zu konzentrieren. „Man muss einfach wieder nach vorne schauen“, sagte er, und das ist für jemanden, der so viel durchgemacht hat, eine bemerkenswerte Haltung.

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Ein Punkt, der Ziltener besonders am Herzen liegt, sind die offenen Fragen zur Risikoabschätzung und Vorbereitung der Behandlungen. Wie kann es sein, dass Rüegg vor und nach der Operation nie mit seinem Operateur gesprochen hat? Das gibt einem schon zu denken, oder? Rüegg empfiehlt anderen Patienten, kritischer nachzufragen und sich nicht scheuen, auch unangenehm zu werden. Es ist schließlich ihr Leben, das auf dem Spiel steht.

Auf dem Weg zu mehr Sicherheit

In Anbetracht solcher Vorfälle ist es umso wichtiger, dass Krankenhäuser präventive Maßnahmen in ihr Risikomanagement integrieren. Fehlermeldesysteme, sowohl einrichtungsintern als auch einrichtungsübergreifend, können hier eine Schlüsselrolle spielen. Diese Systeme ermöglichen den Austausch von Erfahrungen und Wissen zwischen verschiedenen Einrichtungen, was zu einem wertvollen Lernpotenzial führt. Eine proaktive Sicherheitskultur ist entscheidend, um die Implementierung von Maßnahmen erfolgreich zu gestalten.

Die DKG hat Krankenhäusern die Möglichkeit geboten, Best-Practice-Beispiele zu teilen, um das Vertrauen in die Sicherheit von Behandlungen zu stärken. Wenn man bedenkt, was Patienten wie Daniel Rüegg durchgemacht haben, ist es wichtig, dass solche Systeme effektiv genutzt werden, um zukünftige Tragödien zu verhindern. Schließlich sollte das Ziel immer sein, die Patienten zu schützen und ihre Gesundheit zu gewährleisten – denn darum geht es im Gesundheitswesen.