Im Zoo Zürich gibt es aufregende Neuigkeiten – die zwei kleinen Brillenbären, Auki und Amaru, haben vor wenigen Tagen ihr Gehege erkundet! Die beiden Männchen sind Ende Januar geboren und über die letzten Monate mit ihrer Mutter Rica in der Wurfbox geblieben. Dort waren sie anfangs blind, fast haarlos und hilflos – ganz schön knuffig, oder?
Rica, die neunjährige Bärin, erlebt mit ihren Söhnen ihren ersten Nachwuchs und Zoodirektor Severin Dressen hat bereits bestätigt, dass sich die Jungbären prächtig entwickeln. Sie zeigen sich neugierig, klettern über Äste und folgen ihrer Mutter auf Schritt und Tritt, während sie ihre neue Umgebung erkunden.

Die kleinen Bären sind leicht an ihrem dunklen Fell und den hellen Ringen um die Augen zu erkennen. Bei der Geburt wogen sie zwischen 320 und 370 Gramm, ausgewachsen können sie hingegen bis zu 175 Kilogramm erreichen. Es ist faszinierend zu sehen, wie sie in den kommenden zwei Jahren von Rica lernen werden, wie man Nahrung findet und sich geschickt in den Bäumen bewegt. Brillenbären sind Pflanzenfresser und besitzen eine Vorliebe für alles Grüntönige, Fleisch kommt bei ihnen nur selten auf den Speiseplan.

Der Vater und seine wichtige Rolle

Der Vater der beiden Bären, Raymi, kam vor zwei Jahren aus den USA nach Zürich. Seine Genetik ist für das Europäische Erhaltungszuchtprogramm von großer Bedeutung, um die bedrohte Brillenbärenart zu erhalten. Brillenbären – oder Tremarctos ornatus, wie sie wissenschaftlich genannt werden – sind die einzigen Großbären Südamerikas und leben in den Berg- und Nebelwäldern der Anden. Ihr Lebensraum erstreckt sich von Venezuela bis Bolivien, und da sie exzellente Kletterer sind, fühlen sie sich in den Bäumen besonders wohl.

Wie es sich für eine bedrohte Art gehört, gibt es jedoch auch Schattenseiten. Die Hauptbedrohung für die Brillenbären ist der schwindende Lebensraum, verursacht durch Abholzung für Landwirtschaft, den Bau neuer Verkehrswege und den Abbau von Bodenschätzen. Diese Entwicklungen führen nicht nur zu einem Verlust an Lebensraum, sondern auch zu Nahrungsmangel, da die Bären überwiegend pflanzliche Nahrung benötigen. Komischerweise dringen sie manchmal in menschliche Siedlungsgebiete vor und fressen Getreide oder andere Feldfrüchte, was zu Konflikten mit den Menschen führt.

Der Schutz der Brillenbären

Die Jagd auf Brillenbären ist in allen Andenländern zwar verboten, aber die Kontrolle ist schwierig. Oft werden sie als Schädlinge wahrgenommen und leider auch erschossen. Ihr Fleisch, Fell und die Gallenblasen, die in der traditionellen chinesischen Medizin Verwendung finden, sind ebenfalls Gründe, warum diese faszinierenden Tiere in Gefahr sind. Der geschätzte Bestand liegt bei weniger als 25.000 Tieren – ein alarmierender Wert, der uns alle nachdenklich stimmen sollte!

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Es ist die Aufgabe von Organisationen wie der Fundación Wii, die lokale Schutzarbeit für Brillenbären in Kolumbien unterstützen, diesen Tieren zu helfen. Die Hoffnung ist, dass durch gezielte Maßnahmen und Aufklärung der Lebensraum der Brillenbären geschützt werden kann, damit auch zukünftige Generationen die Chance haben, diese wunderbaren Kreaturen zu erleben.