Die Hitzewelle hat Basel und die umliegenden Regionen fest im Griff. Mit Temperaturen, die lokal bis zu 37 Grad erreichen können, ist die aktuelle Wetterlage einfach nicht zu ignorieren. Besonders betroffen sind die Niederungen der Alpensüdseite, die West- und Nordwestschweiz sowie das Wallis. Am Freitag, dem 10. Juli, wird die Hitzewelle voraussichtlich auch die zentralen Mittellandgebiete und die Region Schaffhausen erreichen. Das Thermometer steigt täglich weiter, und die Prognosen von MeteoSchweiz deuten darauf hin, dass diese drückende Hitze mindestens bis Montag, den 13. Juli, anhalten wird.

Wer in den letzten Tagen in der Stadt unterwegs war, wird die drückende Wärme und die damit verbundene Trockenheit mehr als deutlich gespürt haben. Besonders die Mittelland-, Wallis- und Westschweiz sind von der Trockenheit stark betroffen. Die Behörden, darunter auch der Kanton Schwyz, warnen zur Vorsicht und rufen zum sparsamen Umgang mit Wasser auf. Ein absolutes Feuerverbot gilt in und an Wäldern, was in Anbetracht der Wetterlage mehr als vernünftig erscheint. Gewitterbildung über den Bergen könnte zwar eine leichte Abkühlung bringen, doch im Flachland ist vorerst nichts von einer Entspannung der Lage zu sehen.

Die Gefahren der Hitze

Es ist schon ein bisschen verrückt, wie die Natur uns manchmal überrascht. In diesem Jahr ist die Hitzewelle besonders bemerkenswert – nicht nur in Bezug auf den Zeitpunkt, sondern auch auf die Dauer. Klimaforscherin Sonia Seneviratne von der ETH Zürich warnt, dass solche extremen Wetterereignisse durch den Klimawandel verstärkt werden. Während die globale Erwärmung bei etwa 1,4 Grad liegt, beträgt die regionale Erwärmung in der Schweiz mehr als drei Grad. Das ist schon eine Hausnummer! Diese Kombination aus Trockenheit und häufigeren Starkregenfällen wird uns in Zukunft wohl noch öfter begegnen.

Die aktuelle Situation könnte auf zukünftige höhere Temperaturen hinweisen. Die Forschung zeigt zwar keinen direkten Einfluss des Klimawandels auf Hochdrucklagen, dennoch wird der Zusammenhang zwischen den steigenden Treibhausgaskonzentrationen und Extremwetterereignissen immer deutlicher. Die Schweiz ist, ehrlich gesagt, noch nicht ausreichend auf solche Extremereignisse vorbereitet. Die meisten Infrastrukturen stammen aus dem 20. Jahrhundert und könnten schnell an ihre Grenzen stoßen.

Der Mensch und die Natur

Albert Rösti, unser Umweltminister, hat die Hitzewelle als Zeichen des Klimawandels bezeichnet und gleichzeitig vor Alarmismus gewarnt. Seneviratne hingegen bedauert solche Aussagen und weist darauf hin, dass es bereits Todesfälle aufgrund von Hitzewellen gegeben hat. Mit jedem Grad, das die Temperaturen steigen, wird es für viele Menschen immer schwieriger, sich an die neuen Bedingungen anzupassen. Das ist nicht einfach nur ein Wetterphänomen, sondern ein klarer Hinweis darauf, wie wir mit unserer Umwelt umgehen müssen.

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Das Ziel der Schweiz ist es, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen, doch die Fortschritte sind noch lange nicht ausreichend. Die größten CO₂-Emissionen stammen aus Verkehr und Heizung – Bereiche, die dringend reformiert werden müssen. Interessanterweise verursacht der Konsum der Schweizerinnen und Schweizer dreimal so viele Emissionen im Ausland wie im Inland. Da bleibt nur zu hoffen, dass diese Hitzewelle nicht nur ein vorübergehendes Phänomen bleibt, sondern auch die Klimapolitik einen Schub verleiht.

Die drückende Hitze fordert uns heraus, und während wir im Schatten nach einer Abkühlung suchen, sollten wir auch darüber nachdenken, was wir für die Zukunft tun können. Denn eines ist klar: Die Natur macht keine Pause. Sie geht ihren eigenen Weg, und wir müssen lernen, mit ihr zu leben – und das besser als bisher.