Ein Abschied von Reinhard Eyer: Die Stimme des Wallis verstummt
Ein echter Verlust für das Wallis und darüber hinaus: Am 17. Juli 2026 verabschiedeten sich Familie, Freunde und Kollegen von Reinhard Eyer, einer der bekanntesten Stimmen des Schweizer Radios. Im Alter von 76 Jahren verstarb der gebürtige Naterser, der in seiner langen Karriere als Journalist und Radiomann unzählige Geschichten erzählte und das Geschehen im Wallis über 36 Jahre hinweg prägte. Eyer, der am 6. Februar 1950 das Licht der Welt erblickte, hinterlässt eine Lücke, die nur schwer zu füllen sein wird.
Sein Weg im Radio begann Mitte 1978, als die täglichen Regionaljournale ins Leben gerufen wurden – ein bedeutender Schritt in der Schweizer Medienlandschaft. Reinhard Eyer war von Anfang an dabei und trug maßgeblich zur Entwicklung dieser Formate bei. Mit einem scharfen Blick für Details und einem Gespür für die Geschichten hinter den Nachrichten, berichtete er nicht nur über Naturereignisse, wie das Übertreten der Saltina im Jahr 1993, sondern auch über politische Skandale, die sein geliebtes Wallis prägten.
Ein Leben für den Journalismus
In den 1990er-Jahren konzentrierte sich Eyer voll und ganz auf seine Rolle als Wallis-Korrespondent. Sein unermüdlicher Einsatz und seine Fähigkeit, Debatten zu führen, machten ihn zu einer prägnanten Stimme im Schweizer Journalismus. Er hielt stets eine professionelle Distanz und ließ sich nicht vereinnahmen – eine Fähigkeit, die in der heutigen Zeit oft verloren geht. So berichtete er auch über die Affäre Dorsaz und den Konkurs der Leukerbader mit einer Unerschütterlichkeit, die ihn auszeichnete.
Aber Reinhard Eyer war mehr als nur ein Journalist. Seine Leidenschaft für das Sammeln von Kristallen führte ihn zur Gründung des Schweizer Strahlermuseums in Naters. Zudem war er bis zu seinem Tod Präsident des Kunstvereins Oberwallis, wo er seine Liebe zur Kunst lebte und pflegte. Eyer interessierte sich nicht nur für die Geschichten, die er erzählte, sondern auch für die Menschen dahinter. Er praktizierte die chinesische Bagua-Kampfkunst und war ein begeisterter Schachspieler, der oft in Büchern versank, als wäre er in eine andere Welt eingetaucht.
Ein bewegendes Erbe
Seine Tochter Silvia, die nach einer schwierigen Zeit der Drogenproblematik schließlich den Weg der Genesung fand und zur Gemeinderätin in Naters wurde, hielt eine berührende Rede bei der Abdankung ihres Vaters. Ihre Worte berührten die Anwesenden tief und erinnerten daran, dass hinter jedem Journalisten auch ein Mensch mit Familie und Geschichten steht. Reinhard Eyers Leben war reich an Erfahrungen, und sein Erbe wird in den Herzen der Menschen weiterleben, die ihn kannten und schätzten.
Reinhard Eyer war nicht nur ein Journalist, sondern eine prägende Persönlichkeit des Walliser Journalismus. Die Spuren, die er hinterlässt, sind nicht nur in seinen Berichten zu finden, sondern auch in der Art und Weise, wie er sein Leben gelebt hat. Sein Engagement für die Kultur, seine Liebe zu seiner Heimat und seine Fähigkeit, Menschen zusammenzubringen, werden nicht vergessen werden.
In einer Zeit, in der Journalismus oft in der Kritik steht, erinnert uns sein Leben daran, wie wichtig es ist, der Wahrheit auf den Grund zu gehen und die Geschichten der Menschen zu erzählen. Die Ausstellung „Auf der Suche nach der Wahrheit. Wir und der Journalismus“ könnte nicht passender sein, um diesen Aspekt zu beleuchten.
