Heute ist der 20.07.2026 und im Wallis ist Hochsaison für die leckeren Aprikosen! Diese saftigen, orangefarbenen Früchtchen sind nicht nur ein Genuss, sondern auch ein fester Bestandteil der regionalen Kultur. Besonders bekannt ist die Luizet-Aprikose, die seit über 200 Jahren im Walliser Rhonetal gedeiht. Man könnte fast sagen, sie ist die Diva unter den Aprikosen – und das nicht ohne Grund! Bis in die frühen 1990er-Jahre war sie die unumstrittene Königin der Obstgärten. Doch die Zeit hat auch hier ihre Spuren hinterlassen. Seit 2018 gibt es mit „Mia“ und „Lisa“ zwei neue Sorten, die von der landwirtschaftlichen Forschungsanstalt Agroscope gezüchtet wurden. Beide sind Kreuzungen der Luizet und bringen frischen Wind in die Obstkultur.

Die Aprikosensaison erstreckt sich von Juni bis September. In dieser Zeit kann man die süßen Früchte in Hülle und Fülle genießen. Über 90 Prozent der in der Schweiz geernteten Aprikosen kommen aus dem Wallis, das aufgrund seines milden Klimas wie geschaffen für diese Sommerfrucht ist. Aber Vorsicht! Frühlingsfrost kann die Blüten und damit die gesamte Ernte in kürzester Zeit ruinieren. So geschehen in den letzten Jahren, als 2025 fast 7.5 Tonnen Walliser Aprikosen verkauft wurden, während 2021 nur 2.3 Tonnen den Weg in die Verkaufsregale fanden – ein trauriges Ergebnis für die Landwirte, die gegen Frostwellen kämpfen mussten.

Die Vielfalt der Aprikosensorten

<pWer hätte gedacht, dass es im Wallis heute rund hundert verschiedene Aprikosensorten gibt? Das ist nicht nur eine bunte Vielfalt für den Gaumen, sondern auch ein Zeichen dafür, wie sehr sich die Landwirtschaft weiterentwickelt hat. In der deutschsprachigen Schweiz spricht man mehrheitlich von „Aprikose“, aber das regionale Vokabular ist ebenso reichhaltig: Barile, Baringeli, Marille und Äämberich sind nur einige der Bezeichnungen, die diese köstliche Frucht tragen kann. Und wusstest du, dass die Römer die Aprikose als „persicum praecoquuum“ – was so viel wie „frühreife Pfirsich“ bedeutet – bezeichneten? Ein wahrhaft edler Ursprung!

Ein Blick in die Geschichte offenbart auch skurrile Episoden, wie die Aprikosenrevolte von 1953 im Wallis. Damals fanden sich über 4000 Bäuerinnen und Bauern zusammen, um gegen die eidgenössische Landwirtschaftspolitik zu demonstrieren, als die Märkte mit günstigen italienischen Aprikosen überschwemmt wurden. Die Stimmung war hitzig, die Bahnlinie Mailand-Paris wurde blockiert und der Bundesrat rief zur Unterstützung der heimischen Aprikosen auf. Diese Solidarität führte zu einem Anstieg des Konsums und half den Produzenten, ihre Ernte zu schützen.

Aprikosen – Mehr als nur ein Snack

<pHeute ist jede zweite Aprikose in der Schweiz ein heimisches Produkt, während der Rest hauptsächlich aus Spanien und in geringerem Maße aus Frankreich und Italien importiert wird. Die Türkei dagegen führt die Welt im Export von Aprikosen an, insbesondere bei getrockneten Varianten. Das zeigt, wie hoch die Nachfrage nach dieser köstlichen Frucht ist, die nicht nur frisch, sondern auch getrocknet in vielen Küchen Verwendung findet.

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<pDie Aprikose ist also nicht nur eine Frucht, sondern ein Stück Kultur, Tradition und auch ein wenig Geschichte. Für uns im Wallis ist sie mehr als nur eine Sommerfrucht; sie ist ein Teil unseres Lebens, unserer Feste und unserer Erinnerungen. Wenn du das nächste Mal in einen saftigen Aprikosenbissen beißt, denk daran, wie viel Leidenschaft und Arbeit hinter jedem einzelnen Stück steckt. Und genieße einfach den Moment!