Heute ist der 28.04.2026, und während die Campingsaison am 1. Mai offiziell beginnt, sehen sich die Betreiber in einem der schönsten Urlaubsgebiete der Schweiz, dem Wallis, mit einer unerwarteten Herausforderung konfrontiert. Dreizehn Zeltplätze bleiben vorerst geschlossen, und das aus einem ganz konkreten Grund: Sicherheitsbedenken aufgrund potenzieller Naturkatastrophen, insbesondere Hochwasser und Lawinen. Diese Entscheidung hat nicht nur Auswirkungen auf die betroffenen Campingplätze, sondern auch auf die wirtschaftliche Situation in der Region, die auf etwa 140.000 Logiernächte pro Jahr angewiesen ist.

Die Schließungen betreffen unter anderem Campingplätze wie Camping Riverside und Camping Brigga im Goms sowie Camping Molignon in Evolène. Sechs dieser Plätze müssen sofort geschlossen werden, während fünf bereits zuvor ihre Tore schließen mussten. Zwei Standorte befinden sich noch in der Prüfung durch die Behörden. Hintergrund dieser drastischen Maßnahmen sind die verheerenden Naturkatastrophen, die in den vergangenen Jahren in Blatten und Crans-Montana zu beklagen waren. Die Kantonale Baukommission hat bereits in den Jahren 2020, 2024 und 2025 an die Gemeinden und Betreiber appelliert, ihre Pflichten zur Risikominderung zu erfüllen und geeignete Präventionsmaßnahmen zu ergreifen.

Die Stimmen der Betroffenen

Die Reaktionen auf diese Schließungen sind gemischt. Viele Campingbetreiber sehen den Schließungsentscheid als nicht nachvollziehbar an und warnen vor den wirtschaftlichen Folgen, die diese Maßnahmen nach sich ziehen könnten. In der Gemeinde Goms beispielsweise werden bereits Maßnahmen zur Risikominderung erarbeitet, doch die Kritik aus der Campingbranche und von betroffenen Gemeinden ist deutlich: Die Kommunikation zwischen Kanton, Gemeinden und Betreibern ist unzureichend. Diese mangelnde Abstimmung erschwert es den Betreibern, geeignete Maßnahmen rechtzeitig umzusetzen.

Marc Sidler, Präsident von Kinderärzte Schweiz, äußert sich in einem Interview zur aktuellen Situation in der Kindermedizin, die einen Ärztemangel verzeichnet. Jede zehnte Kinderarzt-Praxis nimmt keine neuen Patienten mehr auf, und in den nächsten zehn Jahren wird etwa 40 Prozent der Kinderärzte in Pension gehen. Solche Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung stehen im Kontrast zu den Schwierigkeiten, vor denen die Campingbranche im Wallis steht.

Gefahren und Betrugsmaschen

Nicht nur die Campingplätze sind in Gefahr, auch die Gesellschaft sieht sich neuen Herausforderungen gegenüber. Eine neue Betrugsmasche, bei der Kriminelle sich als Polizisten ausgeben, hat es auf schutzbedürftige Menschen abgesehen. Die Opfer sind meist ältere, alleinstehende Personen, die im Glauben, es mit der Polizei zu tun zu haben, Kreditkarten, Bargeld und Schmuck verlieren. In den letzten vier Jahren haben die Täter nahezu zehn Millionen Franken erbeutet.

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Die Sendung „Rundschau“ beleuchtet all diese Themen und wird am Mittwoch, den 29. April 2026, um 20.10 Uhr auf SRF 1 und Play SRF ausgestrahlt. Sie besucht die betroffenen Campings im Goms und beleuchtet die alarmierende Situation in der Kindermedizin. Ein besonderer Fokus liegt auf dem 77-jährigen Kinderarzt Mohamed Nazir Shalati, der über 3000 Kinder und Jugendliche betreut – weit mehr als die empfohlenen 1000.

In Anbetracht all dieser Herausforderungen ist es umso wichtiger, dass sowohl die Campingbranche als auch die Gesundheitsversorgung im Wallis die nötige Unterstützung und Aufmerksamkeit erhalten. Die kommenden Wochen und Monate werden entscheidend sein, um Lösungen zu finden und das Vertrauen der Bevölkerung wiederherzustellen.