Brandschutz im Wallis: Ein Familienunternehmen im Fokus der Kritik
Heute ist der 22.06.2026, und im Wallis gibt es Neuigkeiten, die nicht nur für Brandschutzbeauftragte, sondern für alle, die in diesem schönen Kanton leben, von Interesse sein dürften. Philipp Hildbrand, der Amtschef des kantonalen Feuerwesens, ist gleichzeitig Mitinhaber einer Brandschutzfirma. Ein interessanter, um nicht zu sagen brisanter Fakt, der Fragen aufwirft. Hildbrand hält 25 Prozent der Anteile an der Hildbrand Solutions GmbH, die seit fünf Jahren im Handelsregister Oberwallis eingetragen ist. Diese Firma bietet Beratung und Brandschutz an, wobei 80 Prozent des Umsatzes aus Elektroinstallationen stammen. Doch das ist nicht alles – die Nebentätigkeit wurde vom Personalamt des Kantons Wallis genehmigt, und bis heute gibt es keinen festgestellten Interessenkonflikt. Klingt alles ein bisschen zu glatt, oder?
Die Genehmigung kam im November 2021 von Frédéric Favre, und das ganze Arrangement könnte als Ausnahme angesehen werden, da ein Gesetzesartikel Ausnahmen für Familienunternehmen zulässt. Hildbrand führt das Unternehmen zusammen mit seinen zwei Söhnen und seiner Tochter, wobei sein Sohn sogar den Vorsitz der Geschäftsleitung innehat. Ein richtiges Familienunternehmen also, das in der Branche auch seine Spuren hinterlässt. Aber die Frage bleibt: Wie transparent sind die Kontakte zwischen dem Amtschef und seiner Firma? Offiziell finden diese ohne Hildbrand statt, was die Sache etwas beruhigt. Doch die Brandkatastrophe in Crans-Montana hat die Situation aufgewühlt und führt nun zu einer Pflichtveranstaltung für die Walliser Brandschutzbeauftragten.
Probleme bei den Brandschutzkontrollen
Das Thema Brandschutz ist aktueller denn je – gerade nach den Vorfällen in Crans-Montana, wo die Bar «Le Constellation» seit über sechs Jahren nicht kontrolliert wurde. Das ist schon ein gewaltiger Schnitzer, denn jährliche Kontrollen sind gesetzlich vorgeschrieben! Stéphane Ganzer, der Walliser Sicherheitsdirektor, ist zu Recht empört. Die Behörden scheinen einfach davon auszugehen, dass alles in Ordnung ist, solange keine Kontrollberichte eingehen. Und das ist nicht nur ein Einzelfall – viele Gemeinden im Wallis erfüllen die gesetzlichen Vorgaben nicht. Man fragt sich, ob da nicht ein wenig nachlässig mit den Sicherheitsstandards umgegangen wird.
Der Kanton hat in den letzten Jahren keine zusätzlichen Anforderungen an die Gemeinden gestellt, um diese nicht unnötig zu belasten. Aber jetzt, nach der Katastrophe, ist klar: Da muss dringend etwas geschehen. Die Kontrollen, die eigentlich Materialien, Notausgänge und die Nutzung von Gebäuden umfassen sollten, wurden sträflich vernachlässigt. Das kann einfach nicht sein! Und als ob das nicht genug wäre, prüft der Kanton sogar ein Verbot von Pyrotechnik in Innenräumen als Sofortmaßnahme. Das zeigt, dass die Verantwortlichen endlich aufwachen müssen.
Die Zukunft des Brandschutzes
Die Sicherheitsbeauftragten stehen nun vor der Herausforderung, sich regelmäßigen Weiterbildungen zu unterziehen, die in diesem Jahr verstärkt auf die neuen Brandschutzvorschriften abzielen, die 2027 in Kraft treten sollen. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber ob das ausreicht, um die Probleme wirklich zu lösen, bleibt abzuwarten. Die Gemeinden benötigen mehr Unterstützung – sei es durch zusätzliches Personal oder durch gezielte Schulungen. Denn eines ist klar: Sicherheit darf nicht auf der Strecke bleiben, und der Brandschutz muss in einem Land wie der Schweiz, wo die Natur so oft unberechenbar ist, höchste Priorität haben.
Man kann nur hoffen, dass die Verantwortlichen die Lehren aus dieser Katastrophe ziehen und die notwendigen Schritte einleiten, um die Sicherheit für alle zu gewährleisten. Die Menschen im Wallis verdienen es, sich in ihren Häusern und Gemeinden sicher zu fühlen, ohne ständig an die Unzulänglichkeiten der Kontrolle denken zu müssen. Ein bisschen mehr Wachsamkeit und Verantwortung in der Brandschutzpolitik könnte nicht schaden – für alle.
