Heute ist der 30.05.2026, und in der Schweiz tut sich einiges im Bereich der Standortförderung. Es ist ja kein Geheimnis, dass die Kantonsregierungen hierzulande – fast schon wie ein gut gehütetes Rezept – ausgewählten Unternehmen Steuervorteile gewähren, um Arbeitsplätze zu schaffen. Ein Paradebeispiel ist das amerikanische Biotechunternehmen Incyte, das 2020 seinen Europa-Sitz in Morges im Kanton Waadt eröffnet hat. Mit rund 150 Mitarbeitern ist das Unternehmen eine echte Bereicherung für die Region. Nur ein Jahr später, im 2021, folgte die Eröffnung eines Produktionsstandorts in Yverdon, wo etwa 100 Mitarbeiter an einem bedeutenden Krebsmedikament arbeiten. Die Zahlen sprechen für sich: Incyte erhielt im Kanton Waadt steuerliche Unterstützungen in Höhe von fast 1,5 Millionen Dollar.

Steuervorteile sind in der Schweiz ein bewährtes Mittel, um ausländische Firmen anzulocken. Tatsächlich sind die durchschnittlichen Gewinnsteuersätze in den letzten zwei Jahrzehnten um ein Drittel gesunken. Um ein Bild zu bekommen: Im Jahr 2006 mussten Unternehmen für einen Gewinn von 100 Millionen Franken noch mit einer Steuerlast von 21,2 Millionen rechnen. Für 2026 wird hingegen mit nur 14,4 Millionen gerechnet. Das ist ein gewaltiger Unterschied! Und die Beschäftigung profitieren davon: Besonders Arbeitskräfte aus der EU finden hier zunehmend attraktive Möglichkeiten.

Steuererleichterungen und ihre Geheimnisse

„Tax holidays“, das sind teilweise oder vollständige Steuererlässe, die einzelnen Unternehmen für mehrere Jahre gewährt werden. Ein solches Vorgehen ist auf Bundesebene eher selten, aber in den Kantonen weit verbreitet – vor allem in der Westschweiz und in ländlichen Gegenden. Man könnte sagen, die Kantone verhandeln fast wie beim Einkaufen auf dem Markt, um Unternehmen mit Steueranreizen zu ködern. Die Informationen über diese Steuererleichterungen sind dabei oft nicht öffentlich zugänglich, und die Kantone hüllen sich in Schweigen, wenn es um die genauen Details geht. Einzige Ausnahme: Unternehmen, die der amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde SEC unterstehen, müssen solche Steuerrabatte offenlegen.

Man fragt sich, wie viele Unternehmen tatsächlich von diesen Praktiken profitieren. Klar ist, dass auch Schweizer Firmen Steuererleichterungen beantragen können, wenn sie signifikante Änderungen in ihrem Geschäftsfeld vornehmen. Und während sich die Diskussion um eine OECD-Mindeststeuer von 15% entspannt, die die Attraktivität dieser „tax holidays“ verringern könnte, setzen einige Kantone verstärkt auf alternative Fördermaßnahmen wie Subventionen und Forschungszuschüsse. Ein kluger Schachzug, um im Wettlauf um Unternehmen nicht ins Hintertreffen zu geraten.

Neues aus den Kantonen

In diesem Spannungsfeld sind einige Kantone, wie Basel-Stadt, Graubünden, Zug und Luzern, bereits aktiv geworden. Luzern hat sogar eine Gesetzesvorlage veröffentlicht und ein Vernehmlassungsverfahren eröffnet, um die Standortförderung weiter zu verbessern. Auch im Kanton Waadt hat man 23 Millionen Franken für Investitionssubventionen bereitgestellt, und Neuenburg hat einen Fonds von 25 Millionen über fünf Jahre beschlossen, zusätzlich zu 7 Millionen für eine Chip-Produktionslinie.

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Es ist spannend zu beobachten, wie stark betroffene Kantone wie Genf, Schaffhausen und Waadt an weiteren Gesetzesvorlagen arbeiten, die die Standortattraktivität sichern sollen. Genf hat angekündigt, bis Ende 2025 über eine auszahlbare Steuergutschrift zu entscheiden – Details sind allerdings noch unklar. Schaffhausen hat im September 2025 den ersten Teil eines Standortförderungspakets präsentiert, das bestehende Fördermaßnahmen für KMU ausbaut, während der Kanton St. Gallen bereits evaluiert, ob ein Förderbeitragssystem sinnvoll wäre. Hier ist noch viel Bewegung drin!

Und auch Zürich bleibt nicht untätig: Der Regierungsrat wurde beauftragt, die Einführung einer auszahlbaren Steuergutschrift zu prüfen. Der Bericht liegt zwar vor, aber ob es tatsächlich zur Umsetzung kommt, steht noch in den Sternen. Eine spannende Zeit für Unternehmen und Investoren in der Schweiz, könnte man sagen. Wie es weitergeht? Man darf gespannt bleiben!