Heute ist der 20.05.2026 und in der Waadt gibt es wieder einmal eine spannende Wendung in der politischen Landschaft. Die Waadtländer Mitte-Partei hat einen neuen Präsidenten: Giancarlo Sergi. Bei der Generalversammlung am Dienstagabend in La Tour-de-Peilz wurde er als Nachfolger von Michele Mossi gewählt, der interimistisch nach dem Rücktritt von Mario-Charles Pertusio die Geschäfte geführt hatte. Sergi ist bereits der fünfte Präsident in drei Jahren – das ist schon eine ordentliche Fluktuation! Man fragt sich, was da wohl im Hintergrund vor sich geht.

Der neue Präsident ist kein Unbekannter. Giancarlo Sergi war zuvor Präsident von Swiss Basketball und von 2022 bis 2025 Generaldirektor des Béjart Ballet Lausanne (BBL). Ein Mann mit Erfahrung und einem beeindruckenden Lebenslauf, könnte man sagen. Aber die Generalversammlung war für die Medien nicht zugänglich, was die Spekulationen anheizt. Und es war abzusehen, dass die Situation um die Mitte-Staatsrätin Valérie Dittli ein heißes Thema gewesen sein könnte.

Ein Sturm im Wasserglas

Valérie Dittli steht kräftig unter Druck. Wegen Amtsmissbrauchs wird gegen sie ermittelt, und die Vorwürfe sind nicht ohne: Sie soll eine Vereinbarung getroffen haben, um eine Strafanzeige gegen sie zurückzuziehen. Im Gegenzug bekam der Beschwerdeführer Mandate und 10.000 Franken aus öffentlichen Mitteln – das ist schon ein starkes Stück! Kein Wunder, dass linke Parteien ihren Rücktritt fordern. Der Staatsrat hat sogar eine Resolution verabschiedet, die Dittlis Rücktritt fordert, wobei die Mehrheit der Stimmen von linken Politikern kam. Das Vertrauen in sie ist offensichtlich angeknackst.

Eine schriftliche Vereinbarung, die von Jean-François Meylan, einem ehemaligen Kantonsrichter, dokumentiert wurde, sorgt zusätzlich für Aufregung. Der Betrag von 10.000 Franken wird von ihm als „unverhältnismässig“ bezeichnet. Dittli weicht den Vorwürfen aus und betont, dass sie im Interesse des Kantons gehandelt habe. Sie schließt einen Rücktritt aus und besteht darauf, dass es keine Gegenleistung für den Rückzug der Strafanzeige gab. Das klingt fast schon nach einer politischen Farce, oder? Und die Situation wird nicht einfacher: Dittli war bereits in andere Skandale verwickelt und steht im Fokus einer laufenden Strafuntersuchung.

Ein Blick in die Zukunft

Das politische Klima in der Waadt ist angespannt. Die FDP plant, bei den kantonalen Wahlen 2027 nicht mehr in einer Allianz mit Dittli anzutreten. In der Zwischenzeit bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickelt. Die kantonale Parteiführung hat ein Treffen mit Dittli angesetzt, und die Staatsanwaltschaft prüft, ob strafrechtliche Tatbestände vorliegen. Es ist ein faszinierendes – und zugleich besorgniserregendes – Schauspiel, das sich hier abspielt. Was wird aus der Waadtländer Mitte-Partei? Wird Giancarlo Sergi die nötige Stabilität bringen können, oder wird der Schatten von Dittlis Skandal über seiner Präsidentschaft schweben? Die nächsten Wochen könnten entscheidend sein.

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