Im Mai 2026 ist im Waadtländer Jura so einiges los! Über 50 Meter lange Rotorblätter für den neuen Windpark „Sur Grati“ machen sich auf den Weg. Diese eindrucksvollen Teile, die übrigens 19 Tonnen wiegen, sind nicht einfach mal so transportiert. Die logistische Herausforderung ist gewaltig: Die Rotorblätter werden in Portugal gefertigt, dann über Deutschland nach Basel gebracht und schließlich mit Spezialtransporten in die Höhenlagen des Jura gekarrt. Man kann sich das Bild vorstellen – ein riesiger Lkw, der im Schritttempo durch die engen Kurven des Col du Mont fährt, während etwa 50 Personen tatkräftig unterstützen. Was für ein Spektakel!

Da staunt nicht nur der Verkehrsteilnehmer! Immerhin werden diese Transportfahrten auch von neugierigen Schaulustigen beobachtet. Der Windpark, der zwischen Vallorbe, Premier und Vaulion entsteht, soll im Herbst 2027 ans Netz gehen und wird mit seinen sechs Windkraftanlagen, die eine Höhe von bis zu 210 Metern erreichen, der zweitgrößte in der Schweiz sein. Ein weiterer Grund, warum die Menschen hier aufhorchen – die geplante jährliche Produktionskapazität von schätzungsweise 44,5 bis 49,2 Gigawattstunden (GWh) reicht aus, um etwa 11.000 Haushalte mit Strom zu versorgen.

Ein langwieriges Vorhaben

Der Weg zu diesem Punkt war alles andere als einfach. Ganze 17 Jahre dauerte ein Rechtsstreit, der den Bau des Windparks vorerst verhinderte. Doch das Bundesgericht lehnte vor etwa einem Jahr einen Rekurs ab, der von der Umweltschutzvereinigung Paysage-Libre Vaud eingereicht wurde. Damit war der Weg für die Bauarbeiten frei – und die Gemeinden Premier, Vallorbe und Vaulion konnten zusammen mit der Gesellschaft Voé Éole SA die Pläne vorantreiben.

Jedes Rotorblatt ist 57,5 Meter lang, und die Montage erfolgt direkt an den bereits installierten Naben der Turbine, die mit einem Spezialkran in schwindelerregenden 150 Metern Höhe platziert werden. Das erste dieser eindrucksvollen Windenergieanlagen soll bis Ende August 2026 montiert sein, während die gesamte Anlage im Herbst 2027 in Betrieb genommen wird. Übrigens bleibt der Wanderweg auf der Alp während der Bauarbeiten zugänglich und abgesichert – also keine Sorge für die Wanderfreunde!

Ein Schritt in die Zukunft

Windenergie hat in der Schweiz eine lange Geschichte, die bis zur ersten Windenergieanlage im Jahr 1986 zurückreicht. Heute sind es knapp 40 Großanlagen, die insgesamt rund 140 GWh Windstrom produzieren. Der größte Windpark, Mont Crosin im Berner Jura, zeigt, wie viel Potenzial in der Windnutzung steckt. Windkraft ergänzt die Wasserkraftwerke und Solaranlagen, die im Sommer mehr Strom produzieren – ein echter Teamplayer in der erneuerbaren Energieversorgung.

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Die Planung und Genehmigung von Windparks, die eine Produktion von 20 GWh pro Jahr oder mehr erreichen, gilt als von „nationalem Interesse“. Das zeigt, wie wichtig die Windenergie für die Zukunft der Energieversorgung in der Schweiz ist. Es wird spannend sein, zu beobachten, wie sich die Windkraft weiterentwickelt und welche innovativen Lösungen in den kommenden Jahren auf uns zukommen werden.