Heute ist der 12.05.2026 und in der Waadt sorgt ein Vorfall für Aufregung und Diskussion: Aus der Werbekampagne der beliebten «Caves ouvertes», den Tagen der offenen Weinkeller, wurde eine Dragqueen entfernt. Ein Bild, das ursprünglich Teil der Kampagne des Office des vins vaudois (OVV) sein sollte, wurde kurz vor der Veröffentlichung zurückgezogen. Man könnte sagen, das ist ein ziemlicher Aufreger!

Die Entscheidung fiel nach heftiger Kritik aus verschiedenen Kreisen, wie das Weinamt bekannt gab. Die Dragqueen sollte ein Zeichen für Diversität und Inklusion setzen, doch stattdessen spricht man nun von Diskriminierung. LGBTIQ+-Organisationen haben sich lautstark zu Wort gemeldet und fordern Konsequenzen. Sie argumentieren, dass die Entfernung des Bildes ein deutliches Zeichen für die Unsichtbarmachung queerer Menschen ist, was die Debatte um Akzeptanz und Sichtbarkeit in der Gesellschaft erneut anheizt.

Ein Bild, das nicht sein durfte

Der betroffene Darsteller, der die Dragqueen verkörperte, zeigt sich enttäuscht über die Entscheidung. Schließlich hatte er sich auf die Kampagne gefreut, die für so viel mehr stehen sollte als nur für Wein. Die «Caves ouvertes», die am 23. und 24. Mai stattfinden, sind eine wunderbare Gelegenheit für Winzerinnen und Winzer, ihre Weine zu präsentieren und Besucher in ihre Weinkeller einzuladen. Doch dieser Vorfall wirft einen Schatten auf das ganze Event.

Benjamin Gehrig, der Direktor des OVV, entschloss sich nach den kritischen Rückmeldungen, das Bild zurückzuziehen. OVV-Präsident Michel Rochat erklärte, dass dies kein Zeichen für eine grundsätzliche Haltung zur Debatte darstellt. Dennoch stellt sich die Frage: Wie viel Platz haben queere Identitäten in der Werbung und in der Gesellschaft? Der grüne Grossrat David Raedler hat bereits eine Interpellation im Waadtländer Parlament eingereicht, um mehr über die Rolle der Kantonsregierung bei dieser Entscheidung zu erfahren. Ein Schritt, der zeigt, dass das Thema weitreichende politische Folgen hat.

Die Reaktionen sind vielfältig

Die Staatsrätin Valérie Dittli blieb bei ihrem Kommentar vorsichtig und verwies auf das OVV. Viele in der LGBTIQ+-Community sind jedoch frustriert. Die Diskussion über Sichtbarkeit und Repräsentation in der Werbung ist nicht neu, aber dieser Vorfall bringt sie erneut auf die Agenda. In einer Zeit, in der Diversität gefeiert werden sollte, fühlen sich viele Menschen abermals an den Rand gedrängt.

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Die Weinkeller im Waadtland, die normalerweise für ihre herzliche Gastfreundschaft und die Einladung zur Entdeckung ihrer Weine bekannt sind, stehen jetzt im Fokus eines gesellschaftlichen Streits. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickelt und ob die Verantwortlichen einlenken werden. Eines ist klar: Die Diskussion um Identität, Sichtbarkeit und die Rolle von Werbung in der heutigen Gesellschaft wird uns noch eine Weile beschäftigen.