In Hirzel, einem kleinen Ort im Kanton Zürich, hat die Kantonspolizei einen 50-jährigen Franzosen verhaftet, der sich als Handwerker ausgegeben hat. Es klingt fast wie aus einem Krimi, aber die Realität ist oft sogar noch skurriler. Der Mann wird beschuldigt, zwei Rentnerpaare mit überteuerten und mangelhaften Handwerksdiensten ordentlich betrogen zu haben. Der Schock saß tief, als ein besorgter Sohn die Polizei informierte, weil er merkwürdige Personen bemerkte, die bei seinen Eltern im Haus hantierten.

Die vorgeblichen Handwerker verlangten für ihre „Dienste“ mehrere zehntausend Franken. Dabei waren die durchgeführten Arbeiten alles andere als das, was man sich unter einem qualitativ hochwertigen Handwerk vorstellt. Im Gegenteil, die Ergebnisse entsprachen nicht einmal dem branchenüblichen Standard. Bei der Polizei stellte sich dann heraus, dass der Verdächtige noch an einem weiteren Haus in der Nachbarschaft arbeitete. Immerhin gab sich der Franzose als Geschäftsführer einer Renovationsfirma aus und überzeugte die Rentnerpaare, Verträge über horrende Summen für Reparaturarbeiten abzuschließen.

Die Masche des Betrugs

In einem Fall verlangte der Täter sogar 100’000 Franken, während im anderen Fall knapp 90’000 Franken zur Debatte standen. Plötzlich tauchten angeblich neue Schäden auf, und die geforderten Beträge wurden immer höher. Das ist nicht nur unfassbar dreist, sondern auch eine schmerzhafte Erinnerung daran, wie wichtig es ist, Handwerker genau unter die Lupe zu nehmen. Und das nicht nur in der Schweiz, sondern überall. Ein Beispiel aus Deutschland zeigt, wie komplex und problematisch solche Fälle sein können.

Ein Installateur, der mit der Erneuerung von Wasser- und Abwasserleitungen sowie Heizkörpern beauftragt wurde, hat ähnliche Probleme verursacht. Zunächst wurde ein Angebot von rund 25.000 € unterbreitet, doch später kam eine Rechnung über 24.000 € für zusätzliche Heizkörper und Badmöbel hinzu. Überraschend war, dass die Heizkörper viel zu groß waren und die alten Heizungsanschlüsse ohne Rücksprache beibehalten wurden. Die Baustelle stand schließlich still und der Auftraggeber fühlte sich überrumpelt, besonders da er über 70 Jahre alt war. Ein echtes Trauerspiel!

Rechte und Pflichten der Handwerker

Ein Handwerksunternehmen hat eine Beratungspflicht – das heißt, sie müssen sicherstellen, dass das bestellte Werk auch für den gewünschten Zweck geeignet ist. Wenn diese Pflicht verletzt wird, kann es zu Schadensersatzforderungen kommen. Bei Schäden, die Handwerker bei Kunden verursachen, haftet das Handwerksunternehmen. In vielen Fällen kann sich der Handwerker an seine Betriebs­haftpflicht­versicherung wenden, sofern er eine hat. Aber was passiert, wenn man in solche Fänge gerät? Dokumentation ist das A und O. Fotos und Videos von den Arbeiten können aufschlussreiche Beweise liefern.

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Falls es zu Streitigkeiten kommt, sind die Schlichtungsstellen der Handwerkskammern eine gute Anlaufstelle. Und sollte das nicht fruchten, bleibt der Weg zum Anwalt. Die Rechtsschutzversicherung kann in vielen Fällen die Anwaltskosten übernehmen, was für viele eine große Entlastung darstellt. Schließlich will man nicht nur für die Arbeiten bezahlen, die man nicht erhalten hat, sondern auch noch für die Anwälte, die man benötigt, um sein Recht durchzusetzen.

Das Thema Handwerkerbetrug ist zwar nicht neu, aber es zeigt eindrucksvoll, wie wichtig eine sorgfältige Auswahl des Handwerkers und eine klare Kommunikation sind. Und sollten Sie jemals in eine ähnliche Situation geraten, denken Sie daran: Dokumentieren, informieren, und nicht den Mut verlieren!