Wald im Wandel: Die neue Ära der Schweizer Holzernte
Heute ist der 22.07.2026 und während ich hier in Waadt sitze, um über die neuesten Entwicklungen in der Schweizer Holzernte zu berichten, kann ich nicht umhin, ein wenig ins Staunen zu geraten. Die Zahlen für 2025 sind da und sie zeigen, dass die Holzernte in der Schweiz auf knapp 4,9 Millionen Kubikmeter gestiegen ist. Das sind immerhin 1,1 Prozent mehr als im Vorjahr! Ein kleiner Lichtblick, wenn ich an die Herausforderungen denke, die die Branche in den letzten Jahren hatte.
Besonders interessant ist der Bereich des Energieholzes, der erstmals mit der Stammholzernte gleichgezogen hat und nun 45 Prozent der gesamten Holzernte ausmacht. Wenn man bedenkt, dass der Anteil des Energieholzes sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt hat, wird deutlich, wie sehr die Nachfrage nach nachhaltigen Energien gewachsen ist. Man könnte fast sagen, die Bäume stehen in einem Wettlauf um die beste Nutzung!
Der Waldbesitzer und seine Ernte
Ein Blick auf die verschiedenen Holzarten offenbart noch mehr spannende Details. Die Ernte von Stammholz hat zwar um 0,1 Prozent auf etwa 2,2 Millionen Kubikmeter abgenommen, macht aber immer noch 45 Prozent der Holzernte aus. Die Industrieholzernte hingegen leidet – sie sank um 0,7 Prozent auf rund 0,5 Millionen Kubikmeter, was nur noch 10 Prozent der gesamten Holzernte ausmacht. Das ist schon ein bisschen besorgniserregend, oder? Hackholz hingegen, das immer mehr an Bedeutung gewinnt, macht mittlerweile 30 Prozent der gesamten Ernte aus. Es scheint, als würden wir uns auf eine neue Art der Nutzung einstellen müssen.
Die regionalen Unterschiede sind ebenso bemerkenswert. In den Kantonen Bern, Wallis und Tessin gab es erhebliche Zuwächse. Allein im Kanton Bern, der 2025 mit 0,96 Millionen Kubikmetern der größte Waldholzproduzent war, ist die Holzernte um 8,2 Prozent gestiegen! Im Gegensatz dazu kämpft Graubünden mit einem Rückgang von 5,5 Prozent. In Zürich und Aargau ist Hackholz mit etwa 45 Prozent der Holzernte ebenfalls auf dem Vormarsch. Man fragt sich, wie sich die Holzernte in den nächsten Jahren entwickeln wird und welche Rolle die verschiedenen Kantone dabei spielen.
Nadel- und Laubholz im Vergleich
Schaut man sich die Holzarten genauer an, dann wird klar, dass die Nadelholzernte, die in den Voralpen um 3,6 Prozent und in den Alpen um 3,2 Prozent gestiegen ist, eine solide Grundlage für die gesamte Holzernte bietet. Mit 3,2 Millionen Kubikmetern Nadelholz, was zwei Drittel der gesamten Holzernte ausmacht, ist die Vorliebe der Schweizer für diese Holzart nicht zu übersehen. Laubholz hingegen macht mit über 1,6 Millionen Kubikmetern ein Drittel der Erntemenge aus und hat in verschiedenen Regionen, wie dem Jura und dem Mittelland, sogar Zuwächse von bis zu 3,8 Prozent verzeichnet. Das zeigt, dass es durchaus einen Trend hin zu mehr Vielfalt im Wald gibt.
Eine spannende Entwicklung zeigt sich auch bei den Waldeigentümern. Private Waldeigentümer haben 1,7 Millionen Kubikmeter Holz (plus 6 Prozent) geerntet, während öffentliche Wälder mit 3,2 Millionen Kubikmetern (minus 1,3 Prozent) einen Rückgang verzeichnen mussten. Das führt mich zu der Frage, wie sich die Dynamik zwischen privatem und öffentlichem Waldbesitz weiterentwickeln wird. In den öffentlichen Wäldern hat sich die Ernte von Stammholz, Industrieholz und Stückholz zur Energiegewinnung verringert, während Hackholz um 2,9 Prozent auf über eine Million Kubikmeter zugenommen hat. Da tut sich einiges!
Man könnte fast sagen, wir stehen am Anfang eines Wandels in der Waldwirtschaft. Die Zahlen sind vielschichtig und zeigen, dass der Wald nicht nur ein Ort des Rohstoffes ist, sondern auch ein Ort des Wandels, der sich mit den Bedürfnissen der Gesellschaft anpasst. In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit großgeschrieben wird, ist es umso wichtiger, dass wir diese Entwicklungen aufmerksam verfolgen und die richtigen Entscheidungen für die Zukunft treffen. Wie sich die Holzernte in der Schweiz weiterentwickeln wird, bleibt spannend abzuwarten!
