Wolf oder Schaf: Wer gewinnt im Kanton Uri?
Heute ist der 23.06.2026 und der Kanton Uri sorgt mal wieder für Aufregung. Ein Wolf hat in der Gemeinde Silenen sechs Schafe getötet. Das hat die Gemüter erhitzt! Der Vorfall hat dazu geführt, dass die Behörden jetzt eine Abschussverfügung für das Tier erlassen haben. Innerhalb von nur vier Monaten müssen mindestens sechs Nutztiere in einem Wolfpräsenzgebiet getötet werden, um als erheblicher Schaden zu gelten. Und genau das ist hier passiert. Der Wolf, der in den letzten Tagen sein Unwesen trieb, hat die Schadensschwelle erreicht. Ein klarer Fall für die Wildhut, die nun mit speziell bezeichneten Jägern auf die Jagd geschickt wird.
Doch die Situation ist alles andere als einfach. Die Alp «Vorder Bristen», wo die Angriffe stattfanden, gilt als nicht zumutbar schützbar. Das bedeutet, dass Schutzmaßnahmen wie Herdenschutzzäune nicht effektiv eingesetzt werden können. Komischerweise wurden dort dennoch solche Zäune errichtet, was die Gruppe Wolf Schweiz kritisiert. Sie fordert mehr Herdenschutz und sieht einen klaren Widerspruch in der Kommunikation des Kantons. Man fragt sich, wie es sein kann, dass etwas als nicht schützbar gilt, aber trotzdem Maßnahmen ergriffen werden. Es ist ein bisschen wie im Schlaraffenland – alles wird besser, aber niemand weiß so recht, wie.
Ein Blick über die Grenzen
Ein weiteres Beispiel für die Problematik mit Wölfen kommt aus Deutschland. Dort wurde die Wölfin Gloria im August 2024 zur Problemwölfin erklärt, nachdem sie zwei Schafe auf dem Hof von Erich Specht gerissen hatte. Hierbei war eines der Schafe tragend, und Gloria zog das 80 Tage alte Lämmchen aus dem Bauch der Mutter. Ziemlich dramatische Szenen, die sich da abspielten! Um dem ganzen Herr zu werden, hat das Bundeskabinett beschlossen, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen, um das Töten von Problemwölfen zu erleichtern. In Deutschland gibt es mittlerweile etwa 219 Wolf-Rudel und die Zahlen steigen. Ein Anstieg der Wolfsrisse von 40 auf rund 4.300 in nur 18 Jahren ist alarmierend!
Die Diskussion um den Wolf und seine Präsenz ist nicht nur ein Schweizer, sondern ein europäisches Thema. In Deutschland werden Schutzmaßnahmen wie Zäune und Hütehunde weiterhin gefördert. Aber auch hier gibt es eine klare Forderung nach einem aktiven Bestandsmanagement, um die Wolfpopulation zu regulieren. Der Deutsche Jagdverband ist da ganz klar: Sie fordern Jagdzeiten und Abschusspläne für Jungwölfe. Aber die Umweltschützer schlagen Alarm – sie befürchten, dass die Jagd die Rudelstrukturen stören könnte und somit die Zahl der Nutztierrisse sogar ansteigen könnte. Ein Teufelskreis!
Die Herausforderung des Herdenschutzes
Es ist ein ständiger Balanceakt zwischen dem Schutz der Wölfe und dem Herdenschutz. In der Schweiz gibt es auch Fördermöglichkeiten für den Herdenschutz, aber die Kosten sind nicht ohne. Ein Herdenschutzhund ist eine feine Sache, aber die Anschaffung und Haltung sind teuer. Die Ausgaben für Herdenschutzmaßnahmen in Deutschland belaufen sich 2024 auf etwa 23,4 Millionen Euro. Die Landwirte müssen also gut überlegen, wie sie ihre Tiere schützen können, ohne dabei in den finanziellen Ruin zu geraten.
Die Situation bleibt angespannt und die Diskussion darüber, wie man mit dem Wolf umgehen soll, wird wohl noch lange weitergehen. Der Wolf ist ein faszinierendes Tier, das in Europa wieder zurückgekehrt ist, aber die Herausforderungen, die seine Rückkehr mit sich bringt, sind nicht zu unterschätzen. Solange es keine einheitliche Lösung gibt, wird das Thema weiterhin für hitzige Debatten sorgen – und das nicht nur im Kanton Uri.
