Lärm, Stau und Protest: Uri erhebt sich gegen den Durchgangsverkehr
Heute, am 18. Juli 2026, wird in Amsteg, im Kanton Uri, lautstark gegen den Durchgangsverkehr protestiert. Die örtliche Bevölkerung hat sich versammelt, um auf die missliche Verkehrssituation aufmerksam zu machen, die seit der Eröffnung des Gotthardstrassentunnels 1981 immer unerträglicher wird. Mit Uri-Flaggen in den Händen überqueren die Demonstranten den Fussgängerstreifen vor der Kirche, jedes Mal, wenn Autos mit ausländischen Kennzeichen vorbeifahren. Es ist eine lebendige Szene, die den Geist der Gemeinschaft widerspiegelt – ein Aufbäumen gegen die Lärmbelästigung, Abgase und die ständigen Sicherheitsrisiken, die der Durchgangsverkehr mit sich bringt.
Walter Walker, ein Rentner aus Wassen, bringt es auf den Punkt: Die Verkehrslage hat sich von 8000 Fahrzeugen täglich im Jahr 1981 zu über 30.000 im Jahr 2025 entwickelt. Das ist ein Anstieg, der nicht nur den Verkehr auf der A2 belastet, sondern auch die kleinen Dörfer im Reusstal. Am heutigen Tag staut sich der Verkehr in Richtung Süden auf 20 Kilometer, man spricht von Wartezeiten von bis zu vier Stunden! Das ist einfach nicht mehr tragbar für die Anwohner.
Der Ruf nach Veränderung
Jonathan Imhof, der Organisator der Protestaktion, fordert eine gerechte Verteilung der Lasten des Durchgangsverkehrs und mehr Kontrolle für den Kanton Uri. „Wir müssen selbst entscheiden können, wie wir unsere Kantonsstrassen nutzen“, erklärt er, während er mit besorgtem Blick die vorbeifahrenden Autos beobachtet. Es ist klar, dass viele Anwohner die negativen Auswirkungen des Verkehrs satt haben. Der Lärm, die Abgase und das ungebührliche Verhalten von Durchreisenden sind nur einige der Punkte, die die Menschen hier auf die Barrikaden treiben.
Dennoch gibt es auch kritische Stimmen. Einige Anwohner befürchten, dass die Protestaktion negative Auswirkungen auf lokale Geschäfte haben könnte. Ein Dilemma, das in vielen Gemeinden zu beobachten ist: Wie findet man den Balanceakt zwischen den Bedürfnissen der Anwohner und den Interessen der Wirtschaft? Es bleibt eine Herausforderung, die nicht leicht zu lösen ist.
Neuer Wind im Verkehr
Interessanterweise könnte der Protest in Uri in einen breiteren Kontext passen. Am 5. Juli 2024 hat der Bundesrat eine Änderung der Straßenverkehrsordnung (StVO) verabschiedet, die den Ländern und Kommunen mehr Spielräume bei der Anordnung im Straßenverkehr einräumt. Das bedeutet, dass jetzt auch mehr Rücksicht auf Klima- und Umweltschutz genommen wird. Die Möglichkeit, Tempo 30 vor Schulen und Zebrastreifen anzuordnen, wird für viele Gemeinden ein wichtiges Werkzeug sein, um die Sicherheit zu erhöhen und den Verkehr zu beruhigen.
Hier in Uri stehen die Menschen an einem Wendepunkt. Der Bundesrat hat mit der neuen Regelung einen Schritt in die richtige Richtung gemacht – weg von einer einseitigen Fokussierung auf den Autoverkehr, hin zu einem ganzheitlicheren Ansatz, der auch die Bedürfnisse der Anwohner berücksichtigt. Es bleibt zu hoffen, dass solche Maßnahmen auch hier ankommen und die Stimmen der Bevölkerung gehört werden. Die Zeit ist reif für Veränderungen!
