Am Dienstag, den 16. Juni, wird das Cinema Leuzinger in Altdorf zum Schauplatz einer besonderen szenischen Lesung. Zum ersten Mal wird der Theatertext „Die Frau am Fenster“ von Joachim Schloemer aufgeführt. Die Geschichte entführt uns in die tiefen Gedanken einer Frau aus Altdorf, die sich in ihrer Frühstückspension im Haus ihrer Mutter einrichtet. Doch ein schwerer Unfall auf der Nord-Süd-Transitstrecke zwingt sie zur Atempause – und damit auch zur Selbstreflexion. Plötzlich ist da der Stillstand, der nicht nur den Verkehr aufhält, sondern auch ihr Leben ins Stocken bringt.
Diese Lesung ist mehr als nur eine Aufführung; sie ist eine poetisch-philosophische Auseinandersetzung mit den Themen Transit und Verwurzelung, Heimat und Fremde. Die Protagonistin beginnt, ihre Sehnsucht nach der Ferne zu hinterfragen und stellt sich die Fragen: Wo gehöre ich hin? Was bedeutet es, hier zu sein? Die Lesung verspricht, die Zuschauer auf eine emotionale Reise mitzunehmen, bei der sie die eigene Beziehung zu Heimat und Zugehörigkeit reflektieren können.
Ein tiefgehendes Erlebnis
Die Mitwirkenden sind ein kreatives Ensemble, das aus talentierten Künstlern besteht: Myriam Planzer aus Altdorf, Michaela Kaspar aus Wien, Markus Merz aus Liestal und der Autor selbst, Joachim Schloemer aus Basel. Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr mit Türöffnung, gefolgt von der Lesung um 19 Uhr. Ein besonderes Highlight wird die anschließende Podiumsdiskussion um 20 Uhr sein, bei der das Publikum eingeladen ist, anregende Gedanken auszutauschen. Und für den geselligen Abschluss sorgt ein kleiner Apéro – die perfekte Gelegenheit, um über das Gehörte ins Gespräch zu kommen.
Diese Lesung ist nicht nur ein Stück Theater, sondern auch Teil einer größeren Eventreihe namens „Heimat in Vielfalt“. Hier wird den Themen Heimat, Exil und kulturelle Identität Raum gegeben. Es ist eine Einladung, sich mit Geschichten von Menschen im Exil auseinanderzusetzen und die Perspektiven zu erfahren, die oft im Schatten der großen Erzählungen verborgen bleiben. Ein Geruch von frischem Brot und Kaffee wird durch den Raum ziehen, während die Gedanken zu Themen wie Bewegung und Stillstand aufblühen.
Eine Reflexion über die Gegenwart
Das Stück thematisiert nicht nur die individuellen Schicksale, sondern auch die Herausforderungen, denen sich die Menschen im Kanton Uri gegenübersehen. Der Unfall auf der Transitstrecke wird zum Symbol für den Stillstand, der uns alle betrifft – sei es im persönlichen oder gesellschaftlichen Kontext. Die Lesung wirkt wie ein Spiegel, der uns vor Augen führt, wie wichtig es ist, innezuhalten und sich mit den eigenen Wurzeln auseinanderzusetzen.
In einer globalisierten Welt, in der Mobilität an der Tagesordnung steht, ist es umso wichtiger, über unsere Zugehörigkeit nachzudenken. Kunst und Kultur bieten uns die Möglichkeit, Verständnis und Empathie zu fördern, und genau das wird bei dieser szenischen Lesung spürbar. Die Kombination aus Sprache, Musik und Atmosphäre wird die Zuschauer in ihren Bann ziehen und sie ermutigen, ihre eigenen Gedanken und Gefühle zu erkunden.
Also, wenn ihr am 16. Juni Zeit habt, schnappt euch einen Platz im Cinema Leuzinger und lasst euch von „Die Frau am Fenster“ mit auf eine Reise nehmen, die mehr ist als nur ein Theaterstück – es ist eine Einladung zur Selbstreflexion und zum Austausch über das, was uns alle verbindet.