In den letzten Monaten hat sich der Wirtschaftsraum Thurgau ein wenig wie ein unerschütterlicher Berg gezeigt – stabil und robust. Die Arbeitslosenquote dümpelt um die 2,4 Prozent, was im Grunde genommen dem zehnjährigen Durchschnitt entspricht. Es ist jedoch nicht alles Gold, was glänzt. Die Unternehmen haben mit steigenden Belastungen zu kämpfen: Der Druck auf die Industrie, die Investitionen und die internationale Nachfrage wächst. Geopolitische Unsicherheiten schränken den Handlungsspielraum ein, und das macht die Luft nicht gerade leichter zum Atmen.
Ende April 2026 lag die Arbeitslosenquote sogar bei 2,3 Prozent, ein kleiner Rückgang um 0,1 Prozent im Vergleich zu den Vormonaten. Das sind 3’653 Menschen, die ohne Arbeit sind – 191 weniger als zuvor. Auch die Stellensuchendenquote sank auf 4,5 Prozent, was zeigt, dass sich der Arbeitsmarkt trotz aller Probleme robust entwickelt. Daniel Wessner, der Leiter des Amts für Wirtschaft und Arbeit Thurgau, beschreibt die aktuelle Lage als Momentaufnahme in einem unsicheren Umfeld. Und ja, das Gefühl der Unsicherheit schwingt in der Luft – ein bisschen wie das Wetter an einem grauen Novembertag.
Herausforderungen für die Unternehmen
Die Unternehmen im Thurgau stehen vor großen Herausforderungen. Die Abhängigkeit von Deutschland und der EU ist unübersehbar. Müggler, Direktor der Industrie- und Handelskammer Thurgau, bringt es auf den Punkt: Die Wirtschaftslage in den wichtigsten Absatzmärkten bleibt angespannt. Zölle und Währungseffekte verteuern den Handel mit den USA und geopolitische Konflikte erhöhen die Kosten entlang der Wertschöpfungskette. Das macht die Sache nicht gerade einfacher. Trotz dieser Hürden investieren drei von vier Unternehmen weiterhin in gewohntem Umfang. Ein gewisses Maß an Optimismus bleibt also bestehen.
Die Innovationskraft wird als ein Schlüsselthema angesehen – schließlich ist der Zugang zu neuen Technologien und Ideen entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit. Ein neuer Innovationsfonds und der I+D Campus sollen KMU dabei helfen, an die Innovationsangebote ranzukommen. Das könnte eine Art Lichtblick sein, der die Wolken vertreibt.
Marktentwicklung und Ausblick
Wenn wir einen Blick auf die letzten Monate werfen, wird deutlich, dass der Thurgauer Arbeitsmarkt eine spannende Entwicklung durchlebt. Ende Januar 2026 lag die Arbeitslosenquote bei 2,6 Prozent, was einen Anstieg im Vergleich zu den Vormonaten darstellt. Doch schon Ende März war ein Rückgang auf 2,4 Prozent zu verzeichnen. Der Trend ist also nicht konstant und zeigt, dass wir auf einem gewaltigen wirtschaftlichen Seilakt balancieren.
In den letzten Jahren gab es Schwankungen, die man nicht ignorieren kann: Während im zweiten Quartal 2024 nur 8000 neue Stellen geschaffen wurden, konnten in den Jahren 2022 und 2023 im Durchschnitt 26.000 Stellen pro Quartal hinzugefügt werden. Ein echter Unterschied, wenn man bedenkt, dass die Temporärbranche einen deutlichen Rückgang verzeichnete. Die Zahlen zeigen, dass die Wirtschaft nicht nur im Thurgau, sondern in der gesamten Schweiz auf einem schmalen Grat wandelt.
Der Kanton hat jedoch eine breite Branchenstruktur und viele inhabergeführte Unternehmen, was ihn durchaus resilient macht. Mit einer stabilen Grundlage durch die Innovationsfähigkeit und den Unternehmergeist der KMU gibt es doch einen Grund zur Hoffnung. Auch wenn die Herausforderungen groß sind, bleibt die Überzeugung, dass der Thurgau mit Kreativität und Beharrlichkeit die Hürden meistern kann. Und das ist doch eine spannende Perspektive, oder nicht?