Der Kanton Thurgau, ein malerisches Fleckchen Schweiz, erlebt einen Boom. Ja, und das ist nicht nur ein Gerücht! Die Wohnbevölkerung wächst seit Jahren jährlich um mehr als 1 %. Vor 20 Jahren zählte man gerade mal 234.000 Menschen, aber mittlerweile sind wir auf dem besten Weg, die 300.000 zu überschreiten. Ein beeindruckender Zuwachs, der vor allem durch Zuwanderung aus dem Ausland geprägt ist. Die Deutschen machen dabei den größten Anteil der ausländischen Bevölkerung aus und bringen frischen Wind in unsere Wälder und Wiesen.
Doch wie so oft gibt es auch eine andere Seite der Medaille. Aufrecht Thurgau, eine Bewegung, die sich für eine nachhaltige wirtschaftliche, gesellschaftliche und ökologische Entwicklung einsetzt, äußert sich kritisch zu diesem rasanten Wachstum. Sie warnen davor, dass der Zuwachs an Einwohnerinnen und Einwohnern nicht mehr als natürlich angesehen werden kann und mehr Nachteile als Vorteile mit sich bringt. Die Zersiedelung und Verbauung nimmt zu, und das Gefühl der Entfremdung von den eigenen Wurzeln wächst. Komisch, oder? Man könnte meinen, je mehr Menschen, desto lebendiger wird’s…
Die Herausforderungen des Wachstums
Die politischen Vertreter von Aufrecht Thurgau haben sich ebenfalls mit dem Thema Zivildienstgesetz auseinandergesetzt. Sie sehen die vorgeschlagene Änderung als gefährlich für das bewährte Milizsystem und bezweifeln, dass sie einen erkennbaren Mehrwert für die Armee bringt. Dazu kommt die ablehnende Haltung zur Änderung der Kantonsverfassung, die die Finanzkompetenzen des Regierungsrats und des Grossen Rats erheblich ausweiten würde. Die Bewegung findet das nicht notwendig – und das aus gutem Grund! Schließlich sind Mitbestimmungsrechte für die Bürgerinnen und Bürger von zentraler Bedeutung.
Aber das ist nicht alles. Thurgau hat eine interessante demografische Entwicklung zu bieten. Die am schnellsten wachsende Bevölkerungsgruppe sind Seniorinnen und Senioren. Das klingt zunächst positiv, aber die niedrigen Geburtenraten von 1,5 Kindern pro Frau – weit entfernt vom Generationenerhalt von 2,1 – werfen Fragen auf. Und komischerweise ist die Zahl der Kleinkinder im vergangenen Jahr zum zweiten Mal in Folge zurückgegangen. Das Leben wird älter, die Jüngsten scheinen sich rar zu machen. Ein spannendes, aber auch besorgniserregendes Phänomen!
Ein Ausblick in die Zukunft
Die Zukunft des Kantons Thurgau bleibt also spannend – trotz aller Herausforderungen. Die Mischung aus Zuwanderung und demografischem Wandel bringt sowohl Chancen als auch Risiken mit sich. Umso wichtiger ist es, gut durchdachte Entscheidungen zu treffen und dabei die Mitbestimmungsrechte der Bevölkerung zu wahren. Schließlich sollen alle Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit haben, an der Gestaltung ihres Lebensraums teilzuhaben.
Wer mehr über die zukünftige Entwicklung der Bevölkerung in der Schweiz erfahren möchte, findet auf den Seiten des Bundesamts für Statistik weitere Informationen: Hier entlang!