Wenn die Sonne das Zepter schwingt: Hitzerekorde und ihre Folgen im Tessin
Heute ist der 16.07.2026 und hier im Tessin spüren wir die Nachwirkungen eines Rekordsommers, der uns ordentlich einheizt. Die ersten beiden Wochen des Juli waren nicht nur warm, sondern rekordwarm, trocken und sonnig – und das ist noch untertrieben! Durchschnittstemperaturen, die satte 4,4 Grad über dem Normwert von 1991 bis 2020 lagen, haben die Gemüter erhitzt. Man könnte sagen, die Sonne hat das Zepter in die Hand genommen und lässt uns ordentlich schwitzen!
Die Höchsttemperaturen seit 2015 wurden gemessen, und die Region vom Genfersee über den Jura bis zur Nordwestschweiz hat dabei besonders kräftig abgeräumt. Dort gab es Temperaturüberschüsse von 4,5 bis 5,5 Grad. Auf dem La Dôle, einem beliebten Ausflugsziel, wurden sogar unglaubliche 6 Grad über der Norm registriert! Und während wir hier mit der Hitze kämpfen, fällt der Blick auf die Ostschweiz: Im Bündnerland und Teilen der Ostschweiz lag die Temperaturabweichung bei „nur“ rund 2 Grad. Das wird den ein oder anderen sicher nicht vom Hocker hauen.
Hitzewelle im Tessin
Im Tessin hat man die Hitzewelle besonders zu spüren bekommen. Am 8. Juli wurden hier neue Höchstwerte gemessen – in Locarno-Monti stieg das Thermometer auf 37,4 Grad, die höchste Julitemperatur seit 1935! Und die Magadinoebene? Die knackte mit 37,3 Grad den Allzeitrekord seit 1953. Hitzetage über 30 Grad? Die gab es in Lugano und Locarno gleich 13 Mal, wo die Norm bei 5 bis 7 Hitzetagen liegt. In Basel kamen wir auf 11 Hitzetage – das bedeutet, wir waren auch nicht weit vom Rekord entfernt.
Die Niederschlagslage in der Schweiz ist hingegen eher trostlos. In den ersten beiden Juliwochen fiel 65% weniger Niederschlag als üblich. Und einige Messstationen, wie die in Bière VD oder Freiburg, meldeten sogar keinen Regen. Das ist schon eine Hausnummer! Dazu kommt überdurchschnittlich viel Sonnenschein – die Sonnenscheindauer lag 30 bis 60% über der Norm. Gewitter? Fehlanzeige! Der Sommeranfang war der blitzärmste seit 2015. Es ist schon komisch, wie das Wetter uns manchmal mit seinen Launen überrascht.
Klimawandel und seine Auswirkungen
Und während wir hier schwitzen, geht das große Ganze weiter. Die Erde wird durch Sonnenstrahlung angetrieben, und etwa 50% dieser Strahlung werden von der Erdoberfläche absorbiert. Treibhausgase wie Wasserdampf und Kohlendioxid spielen eine entscheidende Rolle dabei, wie sich die Temperaturen entwickeln. Man spricht von einem Anstieg von etwa 32 °C in der unteren Atmosphäre durch den Treibhauseffekt. Seit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert haben menschliche Aktivitäten dazu geführt, dass Treibhausgase stark zugenommen haben. Das bedeutet nicht nur mehr Hitze, sondern auch, dass wir uns den Konsequenzen unseres Handelns stellen müssen.
Der Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre ist in den letzten 150 Jahren um fast 50% gestiegen. Das ist ein alarmierender Wert, der uns ins Grübeln bringen sollte. Praktisch die gesamte beobachtete Erwärmung seit Beginn der Industrialisierung ist auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen. Sonne, Vulkanismus und interne Klimaschwankungen sind da eher die kleinen Mitspieler im großen Spiel der Klimaerwärmung.
Egal wie man es dreht und wendet, der Sommer 2026 wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. Die Hitze hat uns fest im Griff, und die Frage bleibt: Wie gehen wir mit diesen extremen Wetterlagen um? Bleibt nur zu hoffen, dass wir bald wieder ein bisschen Abkühlung bekommen, bevor uns die Sonne endgültig den letzten Nerv raubt!
