Das Tessin, mit seinen malerischen Landschaften und dem Hauch von mediterraner Lebensfreude, scheint geradezu prädestiniert dafür, die Herzen der Besucher zu erobern. Angelo Trotta, der Direktor von Ticino Turismo, bringt es auf den Punkt: Das Tessin setzt auf Vielfalt und nicht auf Selektion. Das klingt fast wie eine Einladung, oder? Statt sich Gedanken darüber zu machen, wie viele Gäste zu viel sein könnten, ist die größte Herausforderung, zu wenige Gäste zu haben. Tagesausflügler, die für einen kurzen Besuch ins Tessin reisen, sind herzlich willkommen. Klar, Übernachtungen sind nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ökologisch wünschenswert, aber auch die Tagesausflüge tragen zur Wertschöpfung bei. Und hey, das Tessin ist von Overtourism, wie man ihn aus Barcelona oder Venedig kennt, noch weit entfernt!

Die Initiative „Ticino 365“ nimmt hier eine zentrale Rolle ein. Sie zielt darauf ab, die Nebensaison zu stärken und die Betriebe zu motivieren, auch im Winter offen zu bleiben. Erste Zahlen geben Trotta Optimismus. Die Vorstellung, dass das Tessin das ganze Jahr über ein attraktives Reiseziel sein kann, ist nicht nur ein Traum, sondern wird konkret angepackt. Gerade die Wintermonate, die oft leer erscheinen, sollen durch neue Angebote und Kampagnen eine Aufwertung erfahren. Martin Nydegger, der Direktor von Schweiz Tourismus, sieht große Chancen im Herbst und Winter, und die ersten Übernachtungszahlen in der Nebensaison zeigen bereits positive Tendenzen.

Ein ganzjähriges Erlebnis

Warum also nur im Sommer ins Tessin reisen? Das Projekt Ticino365 will die touristische Präsenz über das ganze Jahr verteilen. Die offizielle Vorstellung in Bellinzona hat bereits für Aufsehen gesorgt. Hohe Saisonalität prägt die Region, und viele Besucher strömen vor allem im Frühling und Sommer hierher. Doch die ruhigen Monate sollten nicht in Vergessenheit geraten. Die Idee ist klar: Das Tessin soll auch in der Nebensaison lebendig und wirtschaftlich relevant bleiben. 54 operative Vorschläge aus acht Themenbereichen wurden bereits definiert. Da geht’s um alles – von Tourismusangeboten über Werbung bis hin zur Infrastruktur.

Ein erfrischendes Konzept, das auch die kulinarischen Genüsse des Tessins ins Rampenlicht rückt. Ein Cappuccino in Ascona schmeckt schließlich anders als in Zürich oder Basel – und das sollte man sich nicht entgehen lassen! Die geplanten Kommunikationskampagnen setzen den Fokus auf Wandern, Kulinarik und Kultur, statt nur auf Skifahren. In der digitalen Welt wird die Plattform my.ticino.ch genutzt, um Erlebnisvorschläge und saisonale Highlights zu präsentieren. Ein voller Erfolg – das sieht auch Simone Patelli von Tessin Tourismus so.

Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Stabilität

Ein weiterer Aspekt, der nicht vergessen werden sollte: Der Tourismus trägt 9,6% zum Tessiner Bruttoinlandprodukt bei und schafft über 20.000 Arbeitsplätze. Das ist mehr als nur eine Zahl – das sind Existenzen. Auch die Entsaisonalisierung wird als Vision der territorialen Entwicklung betrachtet. Das bringt nicht nur Stabilität für die Betriebe, sondern sorgt auch für eine Planbarkeit für die Arbeitskräfte. Wer möchte nicht Teil eines lebendigen, ganzjährigen Reiseziels sein?

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Die ersten Maßnahmen sollen noch in diesem Jahr umgesetzt werden, und die Vorfreude ist spürbar. Die Winter-Promotion in München, spezielle Pakete und Angebote – das Tessin stellt sich neu auf und zeigt, was es zu bieten hat. Langfristig soll das Konzept helfen, neue Zielgruppen zu gewinnen und die regionale Identität zu stärken. Ein gesundes Wachstum, das nicht nur dem Tourismus zugutekommt, sondern auch der gesamten Region.

Man fragt sich, was wohl als nächstes kommt. Die Neugier ist geweckt, und das Tessin hat noch viel zu bieten – ganzjährig!