Wasserkrise am Lago Maggiore: Dürre und Konflikte bedrohen die Region
Heute ist der 17.07.2026 und die Lage rund um den Lago Maggiore ist alles andere als rosig. Die Tessiner Regierung reagiert eher zurückhaltend auf die Anfrage der italienischen Region Piemont, die um zusätzliche Wassermengen bittet. Der Wasserstand des Lago Maggiore sinkt täglich um 3 bis 4 Zentimeter – und das ist kein gutes Zeichen. Die Wasserreserven in den Tessiner Stauseen sind auf dem niedrigsten Stand seit über einem Jahrzehnt. Man kann sagen, die Lage ist angespannt und die Region kämpft mit anhaltender Trockenheit, die viele Gewässer in der Schweiz ebenso betrifft.
Die Resourcen sind knapp, und der Handlungsspielraum des Kantons Tessin ist begrenzt. Viele Gewässer sind in der Hand privater Betreiber, und der Kanton hat keine Weisungsbefugnis, was die Lage nicht gerade erleichtert. Zudem gibt es gesetzliche Verpflichtungen, die die Energieversorgung sichern müssen. Doch trotz dieser Schwierigkeiten zeigt sich der Tessiner Staatsrat bereit zur Kooperation. Sollte das Piemont in eine Trinkwasser-Notlage geraten, bietet man Unterstützung an, sogar eine mobile Wasseraufbereitungsanlage könnte kurzfristig aufgestellt werden.
Die Dürre trifft hart
Die Situation im Piemont ist dramatisch. Rund 100 Gemeinden mussten bereits Verordnungen zur Regulierung des Trinkwasserverbrauchs erlassen. In manchen bergigen Gebieten werden Wassertankwagen eingesetzt, was ein Bild des Mangels zeichnet. Die Landwirtschaftsverbände schlagen Alarm: Der Reissektor steht vor dem Zusammenbruch. Das Wasser, das noch zur Verfügung steht, wird nur noch für etwa 15 Tage reichen. Trotz Schneefall im Winter und anständigem Regen im April hat sich die Lage nicht verbessert. Flüsse und Felder trocknen aus, und die Temperaturen haben im Mai an 16 Tagen die 35-Grad-Marke überschritten.
Die Wasserführung des Po – Italiens längster Fluss – hat sich ebenfalls reduziert: Von früheren 150 bis 180 m³/s sind wir jetzt bei nur noch 35 bis 40 m³/s angelangt. Die Dürre ist nicht nur ein Problem der Gegenwart, sie hat auch langfristige Auswirkungen auf die Landwirtschaft. Ein Wasserdefizit von 44 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020 stellt die Bauern vor immense Herausforderungen. In der Provinz Pavia beispielsweise sind die Erträge von 600 kg in Vercelli auf nur noch etwa 30 kg pro Hektar gefallen. Ein echter Schock für die Reisbauern!
Konflikte um Wasser
Der Streit um Wasser ist in vollem Gange, besonders zwischen Landwirten aus der Lombardei und dem Piemont. Vorwürfe des Wasserdiebstahls machen die Runde, und die Bewässerungsgebühren sind um 15 Prozent gestiegen. Die Lage ist angespannt, und die Luftaufnahmen zeigen ausgetrocknete Felder – ein Bild des Elends. In dieser schweren Zeit fordert der nationale Reisverband ein neues Wassermanagement, um die Krise zu bewältigen. Konzepte wie „Water Farming“ sollen helfen, Wasser zu speichern und wiederzuverwenden. Investitionen von 20 Millionen Euro könnten sogar eine Milliarde Kubikmeter zusätzliches Wasser bereitstellen. Ein langer Weg, aber vielleicht der einzige Ausweg aus der Misere.
Die Situation wird von einer der schlimmsten Hitzewellen seit über 20 Jahren begleitet. Die Wassermangel-Krise ist eine Herausforderung, die nicht nur die Landwirte betrifft, sondern jeden in der Region. Der Lago Maggiore, der täglich Wasser verliert, ist nur ein Symptom einer viel größeren Problematik. Und das Ende der Hitze und Trockenheit ist momentan nicht in Sicht. Die Gremien treffen sich, um die Lage zu bewerten, doch die Hoffnung auf baldige Verbesserung schwindet.
