Das Wanderparadies Oeschinensee bei Kandersteg, im malerischen Kanton Bern, hat für einen jungen Mann aus Wallisellen, Kanton Zürich, in den letzten Tagen eine andere Bedeutung angenommen. Marlon Haselbach wird seit dem 3. Juni 2026 vermisst. Er brach an einem Mittwoch zu seiner Wanderung auf und wurde zuletzt an der Bergstation der Oeschinenbahn gesehen. Was dann geschah, ist ein Rätsel, das sowohl seine Familie als auch die Kantonspolizei Zürich in Atem hält.
Am Freitag, dem 5. Juni, erhielt seine Familie eine kurze SMS von ihm. Darin schien alles in Ordnung zu sein, doch danach gab es keine weiteren Nachrichten. Was könnte in diesen Stunden passiert sein? Marlon hatte einen schwarzen Rollkoffer und eine gräuliche Einkaufstasche bei sich. Kleinigkeiten, die in der Natur schnell zur Last werden können. Mit einem grauen Camouflage-Kapuzenpullover, einer dunklen Jacke und Hose war er bekleidet, und seine braunen Haare waren unter einer Kapuze versteckt. Er ist 1,77 Meter groß und trug über den Knöchel geschnittene Schuhe – alles, was man für eine Wanderung benötigt. Doch wo ist er jetzt?
Die Suche nach Marlon
Die Kantonspolizei Zürich hat bereits eine groß angelegte Suche eingeleitet. Suchtrupps, Hubschrauber und vielleicht auch die ein oder andere Wandergruppe durchkämmen die Gegend um den Oeschinensee. Die Weite der Natur, die normalerweise beruhigt und entlastet, ist jetzt ein Ort der Sorge und Ungewissheit. Die Polizei bittet die Öffentlichkeit um Hinweise zu Marlon. Wer etwas gesehen hat oder Informationen hat, kann sich unter der Nummer 058 648 48 48 melden.
Die Natur kann so schön und gleichzeitig so gnadenlos sein. Die aktuellen Wetterbedingungen in den Bergen sind wechselhaft, und das macht die Situation umso dramatischer. Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit oder eine unerwartete Wendung – und schon kann das Abenteuer in eine ernste Lage umschlagen.
Kriminalstatistik im Kanton Bern
<pInteressanterweise wurde erst am 23. März 2026 die polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2025 für den Kanton Bern vorgestellt. Die Zahlen zeigen einen Rückgang im Bereich des Strafgesetzbuchs und des Betäubungsmittelgesetzes. Doch der Anstieg bei Straftaten gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz wirft Fragen auf. Die Herausforderungen, die die Polizei zu bewältigen hat, sind vielfältig. Einbruchdiebstähle, Sexualdelikte und minderschwere Gewalt durch Minderjährige bleiben ein Schwerpunktthema.
Besonders besorgniserregend ist die Zunahme von schweren Gewaltdelikten. Im Jahr 2023 wurden zehn schwere Gewaltdelikte mehr registriert als im Vorjahr. Die Polizei hat auch die LGBTIQ-feindlichen Straftaten und andere Hate Crimes ins Visier genommen. Das Gefühl der Unsicherheit wird dadurch nicht gerade geringer, gerade in einer Zeit, in der man sich auf die Natur und die Freiheit konzentrieren möchte.
Marlons Fall ist ein Beispiel dafür, wie fragil die Balance zwischen Abenteuerlust und Sicherheit ist. Es bleibt zu hoffen, dass er bald gefunden wird und seine Familie die Gewissheit erhält, nach der sie so verzweifelt sucht. In der Zwischenzeit bleibt der Oeschinensee ein Ort voller Fragen und Ungewissheit – ein schönes, aber auch gefährliches Fleckchen Erde.