Am Sonntag, den 29. Juni 2026, wurde das Tessin erneut Schauplatz eines spannenden, wenn auch gefährlichen Abenteuers. Zwei deutsche Alpinisten hatten sich aufgemacht, den Pizzo Prévat, der stolze 2588 Meter in den Himmel ragt, zu erklimmen. Sie entschieden sich für eine weniger frequentierte Route, die sich abseits der üblichen Pfade wie Spigolo oder Cresta erstreckte. Das klang nach einer tollen Herausforderung! Doch während sie sich durch die steilen Felswände kämpften, wurde es bald brenzlig. Auf 2300 Metern Höhe gerieten sie in Schwierigkeiten – weder vor noch zurück schien eine Option zu sein.

Die beiden Männer waren gezwungen, den internationalen Notruf 112 zu wählen, und das kurz vor Mittag. Was für ein Schreck muss das gewesen sein! Die Rega, die Schweizer Luftrettung, reagierte schnell und schickte das Rega 6-Helikopterteam aus Ticino zum Einsatzort. Doch das Wetter machte den Rettern einen Strich durch die Rechnung. Ein Gewitter mit Hagel zwang einen ersten Rettungsversuch zur Umkehr. Auch die zweite Besatzung musste wegen der schlechten Bedingungen aufgeben. Das Wetter zeigte sich an diesem Sonntag von seiner ungemütlichsten Seite.

Ein zweiter Anlauf

Die Rega gab jedoch nicht auf. Nach einer weiteren Wetterbeurteilung wagten sie einen dritten Versuch. Ein Erkundungsflug wurde durchgeführt, um die genaue Position der Kletterer zu bestimmen. Und dann, mit einem Schwebeflug und der Rettungswinde, wurde ein Spezialist der Alpinen Rettung Schweiz zur Felswand abgelassen. Wie ein Heldenepos aus einem Abenteuerroman! Die beiden Alpinisten, unterkühlt, aber glücklicherweise unverletzt, wurden nacheinander in den Helikopter gezogen und ins Tal geflogen. Ein Happy End, das man so nur im echten Leben erleben kann.

Die Rega hat in den letzten Jahren immer wieder bewiesen, wie wichtig und effizient ihre Einsätze sind. Zwischen Samstag und Sonntag führten sie insgesamt zehn Einsätze durch, trotz des wechselhaften Wetters. Fünf davon betrafen akute Krankheiten, während drei verletzte Wanderer im Sopraceneri und eine verletzte Paragliderin am Monte Lema Hilfe benötigten. Die Statistiken zeigen, dass die Bergnotfallstatistik des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) für 2025 erfreuliche Nachrichten bereithält. Immer weniger tödliche Unfälle und mehr unverletzte Rettungen – das ist ein Lichtblick für alle Bergbegeisterten.

Ein Blick auf die Zahlen

Im Jahr 2025 gab es fast 4000 Evakuierungen durch die Bergrettung. Das entspricht einem Anstieg von rund 11 % im Vergleich zu den Jahren 2020 bis 2024. Interessanterweise sanken die tödlichen Unfälle im klassischen Bergsport auf 98 – der niedrigste Wert in den letzten zehn Jahren. Der Anteil der unverletzten Personen unter den Geretteten stieg sogar von 29 % auf 38 %! Ein gutes Zeichen, dass viele Kletterer rechtzeitig Hilfe anfordern, bevor es zu spät ist.

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Natürlich gibt es auch Herausforderungen. Viele Menschen scheinen ihre Touren zu unterschätzen oder unzureichend zu planen. Daher ist es umso wichtiger, sich gut vorzubereiten und die eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen. Gute Ausbildung und die richtige Wahl der Tour entsprechend der eigenen Kondition sind ein absolutes Muss. Der SAC bietet zahlreiche Kurse an, damit jeder sicher in den Bergen unterwegs sein kann.