Petkovic zwischen Nostalgie und Herausforderung: Ein emotionales Duell gegen die Schweiz
Heute ist der 2.07.2026, und im Tessin brodelt die Vorfreude auf ein ganz besonderes Fussballspiel. Vladimir Petkovic, der ehemalige Trainer der Schweizer Nationalmannschaft, steht vor einer besonderen Herausforderung. Im WM-Sechzehntelfinal trifft er mit Algerien auf die Schweiz, sein ehemaliges Team. Da wird die Nostalgie zum Spielverderber – oder vielleicht auch zum Motivator. Petkovic hat in den letzten Jahren viel erlebt, aber die Schweiz bleibt ein zentraler Teil seines Lebens, auch wenn er mittlerweile im Tessin lebt und sich als „stolzen Schweizer“ bezeichnet.
„Ich bin immer Fan der Mannschaft, die ich trainiere“, sagt er und damit ist schon klar, wo seine Loyalität liegt. Doch die eigene Familie, die in der Schweiz lebt, wird bei diesem Duell nicht gegen ihn fiebern. Stattdessen unterstützt sie die Schweiz, während Petkovic auf der anderen Seite steht. Es ist ein schmaler Grat zwischen Herz und Verstand, und Petkovic hat ihn oft betreten. Er war von 2014 bis 2021 der Trainer der Nati und hat sie ins Viertelfinale der EM 2021 geführt, was seit 1954 nicht mehr erreicht wurde. Eine beachtliche Leistung, auch wenn er oft unter Kritik stand.
Ein Wiedersehen mit alten Bekannten
Das Spiel gegen die Schweiz findet in der Nacht auf Freitag um 5 Uhr MESZ statt. Petkovic erwartet, dass seine Spieler 120 Prozent Leistung bringen, denn für die Schweiz steht viel auf dem Spiel. Sie wollen ins Viertelfinale, während Algerien bereits zwei Ziele erreicht hat. „Die Schweiz ist der Favorit“, so Petkovic, „Algerien ist der Außenseiter.“ Aber unter den 30.000 Fans, die für Algerien ins Stadion strömen, könnte sich eine Überraschung anbahnen.
Ein besonderer Moment wird sicher das Wiedersehen mit Granit Xhaka sein. Petkovic sieht ihn als unentbehrlich an und schätzt seine Fähigkeiten. Aber nicht nur Xhaka ist gefährlich; das gesamte Schweizer Team hat Potenzial. Petkovic hat ein gutes Gespür für Spieler mit besonderen Hintergründen, und das wird ein entscheidender Faktor für Algerien sein. Immerhin haben 14 Spieler des aktuellen Kaders ihr Länderspieldebüt unter ihm gefeiert.
Ein Spiel voller Emotionen und Erinnerungen
Es ist schon komisch, wenn man bedenkt, dass Petkovic noch nie gegen den aktuellen Schweizer Nati-Coach Murat Yakin gewonnen hat. In fünf Duellen konnte er drei Unentschieden und zwei Niederlagen verbuchen. Die letzte Begegnung zwischen den beiden war im Mai 2012, als Petkovic mit dem FC Sion gegen Yakins FC Luzern verlor. Da wird das Duell zur echten Prüfung für ihn – nicht nur als Trainer, sondern auch als Mensch, der mit der Vergangenheit konfrontiert wird.
Die Defensiv-Schwäche seines Teams, die in der Vorrunde sieben Gegentore kassierte, ist ebenfalls ein Thema, das Petkovic nicht aus den Augen verlieren darf. „Wir müssen besser stehen“, fordert er von seinen Spielern, während er gleichzeitig die gesamte Situation als herausfordernd, aber auch faszinierend empfindet. Denn in jedem Spiel steckt auch eine Geschichte, und diese hier wird mit Sicherheit eine ganz besondere sein.
Ein Spiel, das nicht nur für die Spieler, sondern auch für die Fans, die Trainer und die Familien eine emotionale Achterbahnfahrt verspricht. Petkovic und die Schweiz – ein Kapitel, das noch lange nicht zu Ende ist, auch wenn die Seiten sich nun anders füllen. Es ist ein Fussballspiel, aber auch ein Wiedersehen voller Erinnerungen und Hoffnungen – und vielleicht auch die Chance für Petkovic, seine eigene Geschichte neu zu schreiben.
