Heute ist der 21.05.2026 und die Sonne scheint über dem malerischen Tessin. Ein spannendes Kapitel in der Geschichte des Gotthard-Tunnels wird wieder aufgeschlagen, denn die mächtige Tunnelbohrmaschine „Paulina“ hat nach fast einem Jahr Stillstand ihren Dienst wieder aufgenommen. Es ist fast schon ein kleines Wunder, wenn man bedenkt, dass die Maschine, die rund 3000 Tonnen wiegt und von der renommierten Firma Herrenknecht aus Schwanau gefertigt wurde, aufgrund schwieriger geologischer Verhältnisse eine Zwangspause einlegen musste.

Der Stillstand begann im Juni 2025. Damals waren die Bedingungen im südlichen Abschnitt der zweiten Gotthardröhre alles andere als einladend. Ein Gesteinsniederbruch in der Störzone sorgte für einen herben Rückschlag, was das Schweizer Bundesamt für Straßen (Astra) als kontrollierte Vorsichtsmaßnahme bezeichnete. Man wollte einfach auf Nummer sicher gehen, um Schäden an „Paulina“, dem riesigen Ungetüm mit einem Bohrkopf-Durchmesser von 12,31 Metern, zu vermeiden. Der Bohrkopf, der mit einer Antriebsleistung von 5600 kW arbeitet, hat sich in den letzten Wochen wieder in die Tiefen des Gotthards gewagt.

Ein steiniger Weg

Der Weg zurück war alles andere als einfach. Bereits im Sommer 2025 wurden problematische Bedingungen gemeldet, und die Bauleitung entschied, das Verfahren umzustellen. Ein Teil der Zone wurde konventionell im Sprengvortrieb gesichert, und erst seit dem 19. Mai 2026 läuft „Paulina“ wieder auf Hochtouren. Nur noch rund 100 Meter bis zum Ende der schwierigen Störzone – das ist fast wie ein Wettlauf gegen die Zeit! Die Geologie des Gotthards ist berüchtigt, mit ihren verschiedenen Gesteinszonen und tektonischen Störungen, die jede Menge Herausforderungen bieten.

Der Gotthard-Straßentunnel, der seit 1980 Göschenen im Kanton Uri mit Airolo im Kanton Tessin verbindet, ist rund 17 Kilometer lang. Um den Verkehr aufrechtzuerhalten, wird die bestehende Röhre saniert, während gleichzeitig eine zweite Tunnelröhre gebaut wird. Das Ganze wurde 2016 mit 57 % Zustimmung des Schweizer Stimmvolks genehmigt. Wenn alles nach Plan läuft, sollen beide Röhren nach der Fertigstellung jeweils eine Fahrspur und einen Pannenstreifen erhalten. Politisch gesehen ist eine Kapazitätserweiterung jedoch nicht vorgesehen – da heißt es, mit dem bestehenden Platz auszukommen.

Ein Blick in die Zukunft

Der Zeitplan sieht vor, dass die zweite Röhre bis 2030 eröffnet wird, gefolgt von der Sanierung der bestehenden Röhre. Mit den Baukosten, die sich auf etwa 2,14 Milliarden CHF belaufen, ist das Projekt kein Pappenstiel. Aber man muss sagen: Der Gotthard ist mehr als nur ein Tunnel; er ist ein Lebensadern für die Region, ein Symbol für Fortschritt und Ingenieurskunst.

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Was bleibt, ist die Vorfreude auf die kommenden Monate. „Paulina“ hat ihre ersten Schritte in die Tiefe wieder getan, und es bleibt spannend zu beobachten, wie die Bauarbeiten weiter voranschreiten. Die Herausforderungen, die die Geologie des Gotthards mit sich bringt, sind gewaltig, aber die Hoffnung auf eine baldige Fertigstellung bleibt. Der Gotthard, ein Meisterwerk der Ingenieurskunst, wird bald wieder in voller Pracht erstrahlen und die Verbindung zwischen Uri und Tessin nachhaltig sichern.