Grenzenlose Mobilität: Tessin und Lombardei starten neue Ära im öffentlichen Verkehr
Die Nachricht, die in der letzten Woche durch die Medien ging, hat viele von uns mit einem Lächeln zurückgelassen. Tessin und Lombardei haben sich zusammengetan und eine neue Vereinbarung zur Weiterentwicklung des öffentlichen Verkehrs unterzeichnet. Ja, und das ist mehr als nur ein Papier, das irgendwo in einem Schreibtisch verstaubt – das ist ein Schritt in die Zukunft, der die grenzüberschreitende Mobilität zwischen Italien und der Schweiz attraktiver und nachhaltiger machen soll.
In Mailand, unter dem wachsamen Blick von Attilio Fontana, dem Präsidenten der Region Lombardei, sowie den Tessiner Regierungsvertretern Claudio Zali und Arnoldo Coduri, wurde diese Vereinbarung besiegelt. Sie ersetzt eine frühere Regelung aus dem Jahr 2020 und knüpft an eine beeindruckende 15-jährige Zusammenarbeit an. Wenn man überlegt, wie oft man in der Vergangenheit vor dem Problem stand, dass man von Lugano nach Varese oder zum Flughafen Malpensa reisen möchte – und das in einem angemessenen Zeitrahmen – dann kann man nur den Hut ziehen.
Geplante Verbesserungen im ÖV
Die geplanten Maßnahmen sind nicht nur eine Ansammlung technischer Details, sondern sie stecken voller Möglichkeiten. Da wäre die Verlängerung und Häufigkeitssteigerung verschiedener S-Bahnlinien zwischen dem Tessin und Italien. Es wird sogar eine neue Linie, die RE50, eingeführt, die eine schnellere Verbindung zwischen Lugano, Varese und dem Flughafen Malpensa bieten wird. Wenn man bedenkt, dass die RE80 von Mailand nach Locarno künftig alle 30 Minuten fahren soll, wird das sicher viele Pendler und Reisende erfreuen.
Diese S-Bahn-Projekte basieren auf laufenden Infrastrukturausbauten, wie der neuen Bahnstrecke Malpensa T2-Gallarate und der Elektrifizierung der Strecke Como-Lecco, die ab Ende 2029 in Betrieb gehen soll. Und das ist noch nicht alles! Die Pläne sehen auch den viergleisigen Ausbau der Strecke Rho-Parabiago vor, der voraussichtlich 2028 abgeschlossen sein wird. Das macht die Reise zwischen den Ländern nicht nur schneller, sondern auch bequemer.
Digitale Innovationen und nachhaltige Mobilität
Ein weiterer spannender Aspekt ist die Einführung von digitalen Ticketsystemen und die Erweiterung der grenzüberschreitenden Buslinien. Neue Busverbindungen zwischen Como, Varese und dem Tessin sollen die Mobilität zusätzlich verbessern. Claudio Zali, der Regierungspräsident des Tessins, hat deutlich gemacht, dass die Bevölkerung bereit ist, auf nachhaltigere Verkehrsmittel umzusteigen, wenn die Qualität des Angebots stimmt. Das hört man doch gerne!
Und das ist noch nicht alles, was sich am Horizont abzeichnet. Am 17. Oktober 2024 hat Bundesrat Albert Rösti in Rom ein weiteres Abkommen mit Italiens Vizeverkehrsminister Edoardo Rixi unterzeichnet. Dieses zielt darauf ab, den regionalen Linienbusverkehr zwischen der Schweiz und Italien zu verbessern. Die Einführung der Kabotage bedeutet, dass Passagiere nicht nur ein-, sondern auch wieder aussteigen dürfen – ein echter Gewinn für die Grenzregionen und die Reisenden, die einfach mal spontan eine Pause einlegen möchten. Von der Lombardei bis zum Tessin, von Aosta bis ins Unterwallis – die neuen Busverbindungen könnten das Reisen zwischen den Regionen erheblich erleichtern.
Diese Initiativen reiht sich nahtlos in ähnliche Vereinbarungen mit Deutschland, Österreich und Frankreich ein. Der Fokus liegt klar auf der Förderung des öffentlichen Verkehrs und der Schaffung eines nutzerfreundlicheren Systems, das den grenzüberschreitenden Alltag erleichtert. Die internationale Zusammenarbeit ist entscheidend für die Entwicklung nachhaltiger Verkehrslösungen in Europa. Wer hätte gedacht, dass wir hier in Basel so eng mit unseren Nachbarn verbunden sind?
