Einbruch im Tessin: Wie Diensthund «Sergeant» den Täter stellte und die Grenzen der Polizeihunde neu diskutiert werden
In einer ruhigen Wohngegend im Tessin ereignete sich in der Nacht ein Vorfall, der die Nachbarn aufhorchen ließ. Ein 29-jähriger Einbrecher schlich sich in ein Wohnhaus und begann, die Schubladen durchzuwühlen, als die Polizei alarmiert wurde. Ein ganz normaler Abend, der sich schnell in einen aufregenden Krimi verwandelte. Der Täter hatte nicht mit der Reaktion der Polizei gerechnet – und schon gar nicht mit der Unterstützung eines ganz besonderen Kollegen: dem Diensthund «Sergeant».
Als die Beamten eintrafen, war der Einbrecher bereits auf der Flucht, und zwar über mehrere Gärten hinweg. Dabei wurde er von einer Überwachungskamera erfasst. Doch die Spürnase von «Sergeant» war sofort zur Stelle. Der Hund, brav und gut ausgebildet, verfolgte den flüchtenden Täter und biss in die Hose des Einbrechers, sodass dieser nicht mehr entkommen konnte. Die Polizei überwältigte ihn daraufhin und nahm ihn fest. Ein Sprecher der Stadtpolizei Winterthur lobte den Hund als wertvollen Mitarbeiter – und das zu Recht. Das ist mal ein Team, das funktioniert!
Die Rolle der Polizeihunde
In Deutschland arbeiten rund 3500 Diensthunde bei Polizei, Bundespolizei, Bundeswehr und Zoll. Diese Tiere sind darauf trainiert, bei Angriffen zuzubeißen. Das kann, wie wir wissen, auch mal zu Verletzungen Unbeteiligter führen. Ein Vorfall in Riesa, wo ein Polizist seinen Hund gegen einen Demonstranten einsetzte, führte zu heftiger Kritik. Es gibt sogar Berichte über Polizeihunde, die in der Vergangenheit Menschen verletzt haben, wie zum Beispiel eine ältere Dame in Hattingen oder ein Baby in Rheinland-Pfalz. Das wirft Fragen auf – wie sicher sind diese Hunde wirklich?
Hundetrainer Martin Rütter hat sich wiederholt kritisch über die Ausbildung und Behandlung der Hunde durch die Polizei geäußert. Auch die rheinland-pfälzische Landesregierung plant eine Überprüfung der Ausbildung von Polizisten und Diensthunden. Ein wichtiges Thema, denn die Sicherheit von Menschen sollte immer an erster Stelle stehen. Es muss sichergestellt werden, dass die Hunde gut ausgebildet sind und ihre Hundeführer in der Lage sind, sie richtig zu kontrollieren. Denn in Ausnahmesituationen kann das Verhalten der Hunde unzureichend sein.
Von der Ausbildung und den Fähigkeiten
Die Ausbildung dieser Tiere ist alles andere als einfach. Polizeihunde müssen eine enge Bindung zu ihren Hundeführern aufbauen, die oft auch privat zusammenleben. Dabei lernen sie, menschliche Fährten zu verfolgen und können sogar auf verschiedenen Untergründen wie Beton oder Wiese arbeiten. Ein Hund kann den Individualgeruch seiner gesuchten Person aus hunderten von Gerüchen herausfiltern – eine beeindruckende Fähigkeit, wenn man bedenkt, wie oft sie dabei mit Ablenkungen konfrontiert werden.
Doch nicht jeder Vorfall spricht für sich. Tierschutzorganisationen wie Peta fordern sogar ein Verbot von Diensthunden aufgrund der Stresssituationen, in denen sich diese Tiere manchmal befinden. Und während die Polizei Schutzhunde bei Demonstrationen als sinnvoll erachtet, möchte sie nicht unbedingt öffentlich über Vorfälle sprechen. Ein ehrliches Dilemma – denn während auf der einen Seite der Schutz von Menschenleben und Eigentum wichtig ist, muss auch das Wohl der Tiere berücksichtigt werden.
In der Nacht im Tessin hat «Sergeant» seine Aufgabe jedoch hervorragend gemeistert. Der festgenommene Ausländer muss sich nun wegen schweren Hausfriedensbruchs verantworten. Ein weiteres Kapitel in der Geschichte von Polizeihunden, die sowohl Beschützer als auch gelegentlich in die Kritik geraten können.
