Ein letzter Vorhang für Mölä & Stahli: Ein Abschied zwischen Lachen und Erinnerungen
Es ist ein Abschied, der mit einem ganz besonderen Flair daherkommt. Am 23. April 2027 wird das St. Galler Kabarett-Duo «Mölä & Stahli» ihre letzte Vorstellung geben. Ein bittersüßer Moment für alle, die die beiden Künstler über die Jahre hinweg begleitet haben. Manuel Stahlberger und Moritz Wittensöldner haben seit ihrem ersten Auftritt am 6. April 2000 die Herzen der Zuschauer erobert. Die beiden haben mit ihrem einzigartigen Humor und ihrem scharfen Blick für die kleinen Absurditäten des Lebens unzählige Menschen zum Lachen gebracht.
Die Reise begann im Tonstudio von Michael Gallusser, wo die erste CD aufgenommen wurde. Ein einfaches, aber kreatives Konzept: Die Hausbesitzer Elsbeth Gallusser und Peter von Tessin stimmten zu, ihre leeren Räume für die Aufführungen zur Verfügung zu stellen. Daraus entstanden nicht nur unterhaltsame Abende, sondern auch ein viergängiges Menü – eine kulinarische Umrahmung, die das Erlebnis perfekt machte. Die Einrichtung des kleinen Veranstaltungsraums, der mit Tischen, Stühlen und liebevoller Dekoration schnell bereitgestellt wurde, schuf eine intime Atmosphäre mit begrenztem Platz für Bühne und Publikum.
Ein Raum für Kunst und Kultur
Mit der Verlagerung des Tonstudios in die Stadt wurde mehr Platz geschaffen, und die monatlichen Veranstaltungen boten eine bunte Mischung aus Kabarett, Schauspiel, Lesungen und Musik. Ein engagiertes Team und zahlreiche Sponsoren unterstützten die Idee, einen Raum für Kunst und Kultur zu schaffen, der nicht nur unterhält, sondern auch verbindet. Das Feiern des 20. Jubiläums musste coronabedingt auf 2022 verschoben werden, aber die Vorfreude auf diesen Galaabend war groß. Nun, da der finale Schlussstrich gezogen wird, bleibt die Hoffnung, dass sich vielleicht in der Zukunft noch einmal neue Türen öffnen.
In Basel, der Heimat des Kabaretts, gibt es eine lange Tradition der Kleinkunst. Ein neues Buch, das am 25. November 2023 erscheinen wird, wirft einen Blick auf die Familie Rasser und deren Einfluss auf die Schweizer Kabarettszene. Mit „Rasser – Kabarett Schweiz“ wird die Geschichte dreier Generationen erzählt, angefangen bei Alfred Rasser, der in den 1950er-Jahren die Figur HD Läppli erfand. Roland Rasser, sein Sohn, gründete 1957 das Theater Fauteuil, das als Wiege für viele Künstler diente und die Kleinkunsttheaterszene in der Schweiz maßgeblich mitgestaltete. Auch die Enkelkinder Caroline und Claude Rasser haben das Kabarett erfolgreich ins 21. Jahrhundert getragen.
Das Buch, das von Historiker René Lüchinger und Volkskundlerin Birgitta Willmann verfasst wurde, enthält zahlreiche unveröffentlichte Bild- und Textdokumente, die einen tiefen Einblick in die künstlerische Entwicklung und die politischen Spannungen der Zeit geben. Es ist eine Hommage an das kreative Schaffen und die Menschen, die im Hintergrund wirken, um die Bühne zum Leben zu erwecken. So schließt sich der Kreis zwischen den Historien der Rassers und der Abschiedsgala von «Mölä & Stahli», die ein Stück dieser reichen Tradition verkörpert.
