Blockchain und Katastrophen: Die neue Ära der privaten Investitionen
Die Welt der Finanzen hat sich in den letzten Jahren rasant gewandelt, insbesondere durch die Einführung der Blockchain-Technologie. Ein spannendes Beispiel hierfür sind die Möglichkeiten, die sich für Privatinvestoren ergeben, um Versicherungsrisiken zu übernehmen. Das eröffnet ein ganz neues Kapitel in der Welt der Investments, die zuvor nur den großen Profis vorbehalten war. Wer hätte gedacht, dass man durch digitale Dollars, auch bekannt als Stablecoins, in Katastrophenanleihen investieren kann? Das ist nicht nur innovativ, sondern auch lukrativ! Angenommen, ein durch Unwetter zerstörtes Haus im Bavonatal, Kanton Tessin, im Jahr 2024 – Anleger können hier durch ihre Investitionen hohe Zinsen erzielen. Doch Vorsicht: Bei Eintritt des versicherten Ereignisses kann das eingesetzte Kapital, je nach Risiko, teilweise oder sogar vollständig verloren gehen.
Der Erstversicherer, in diesem Fall eine bekannte Größe wie Zurich, nutzt solche Methoden, um Klumpenrisiken weiterzugeben. Die Plattform Re.xyz macht es möglich, dass auch private Anleger die Rolle der Rückversicherer übernehmen. Alles, was man dafür benötigt, ist ein Krypto-Wallet, in dem die Stablecoins verwaltet werden. Nach der Eröffnung eines Wallets stehen den Anlegern verschiedene Risikokategorien zur Auswahl. Die Tranche mit dem niedrigsten Risiko verspricht eine Rendite von 7%, während risikobehaftetere Varianten sogar bis zu 12% abwerfen können. Damit sind die Renditen im direkten Vergleich zu herkömmlichen Anlagefonds erheblich höher. Doch die Komplexität und das Risiko steigen mit zusätzlichen Anlageschritten, was man im Hinterkopf behalten sollte.
Die Blockchain-Revolution in der Rückversicherung
Die Allianz und Swiss Re haben bereits 2016 einen entscheidenden Schritt in diese Richtung getan, als sie eine Partnerschaft mit der Blockchain-Initiative B3i eingingen. Zusammen mit anderen Versicherern wie Munich Re wurde ein IT-Hightech-Labor in Zürich gegründet, um innovative Versicherungen auf Blockchain-Basis zu entwickeln. Ein großer Erfolg war die Platzierung des ersten rechtsverbindlichen Rückversicherungsvertrags auf dieser Basis. Dieser sogenannte Katastrophen-Excess-of-Loss (XoL)-Vertrag ermöglicht es, dass Versicherte basierend auf einer Gesamtrisiko-Summe beteiligt werden, statt jeden Kunden einzeln abzusichern. Das klingt nach einer wahren Win-win-Situation, oder?
Um das Ganze noch interessanter zu machen: Ein Selbstbehalt wird vereinbart, was bedeutet, dass Rückversicherer nur für Schäden über eine bestimmte Summe hinaus erstatten. Wenn man sich vorstellt, dass der Rückversicherer 50% der Schäden über 500.000 Euro übernimmt, wird deutlich, wie die Risiken verteilt werden. Die Vorteile für die Versicherer sind beachtlich: Eine Erhöhung der Solvenz, weniger Eigenkapital für teure Risiken und ein gesenktes finanzielles Risiko sind nur einige davon. Die Blockchain-Lösung ermöglicht variablere und anpassbare Rückversicherungsverträge, was die Prozesse erheblich beschleunigt. Vertragsabschlüsse und Schadenbearbeitung werden digital und effizient abgewickelt, wenn alle Kriterien erfüllt sind – und das ohne die nervigen, langwierigen Antragsprozesse.
Jan Stoermann, Chief Underwriting Officer bei Allianz Re, sieht in diesen Entwicklungen die Zukunft der Branche. Es wird spannend sein zu beobachten, wie sich die Integration der B3i-Plattform in die Transaktionsprozesse weiterentwickelt. Die Blockchain-Technologie zieht immer mehr in die Finanz- und Versicherungswelt ein, und die Möglichkeiten scheinen schier endlos. Wer weiß, vielleicht wird das Investment in Katastrophenanleihen bald zur Normalität – und wir alle werden auf der Jagd nach den besten Renditen sein!
