In der Stadt Solothurn wird ein wichtiger Schritt zur Unterstützung von Menschen mit Suchterkrankungen unternommen. Am 28. April 2026 nimmt ein Aufenthaltscontainer an der Dornacherstrasse wieder seinen Betrieb auf. Dieses Angebot wird in Zusammenarbeit mit dem Verein Perspektive Region Solothurn-Grenchen betrieben und bietet einen geschützten Raum, der durch Sozialarbeit betreut wird. Die Stadtkanzlei gab diese Mitteilung am 21. April 2026 bekannt und unterstreicht damit das Engagement für die Unterstützung von Betroffenen.
Der Container, der von Anfang an auf drei Vormittagen pro Woche geöffnet ist, hat sich in der Vergangenheit als äußerst nützlich erwiesen. Bereits während des Pilotversuchs im Sommer 2025 zeigten die Zahlen einen klaren Bedarf nach solchen betreuten Aufenthaltsmöglichkeiten. Durchschnittlich 26 Personen nutzten das Angebot täglich, was die Erwartungen von 10 bis 15 täglichen Kontakten bei weitem übertraf.
Ein weiterer Schritt zur Entlastung des öffentlichen Raums
Der Aufenthaltscontainer wurde ursprünglich als Pilotprojekt eingeführt, um den öffentlichen Raum zu entlasten und Menschen mit Suchterkrankungen eine Anlaufstelle zu bieten. Mit einem Container und einer mobilen Toilette ausgestattet, war das Projekt darauf ausgelegt, neue Wege im Umgang mit suchtkranken Menschen zu beschreiten. Die Einrichtung wird am 17. Oktober 2025 planmäßig zurückgebaut, doch die Auswertung des Pilotversuchs steht noch aus, um über mögliche Folgeprojekte zu entscheiden.
Die Stadt Solothurn plant, die Ergebnisse des Pilotversuchs im Kontext der politischen Diskussion zur Sicherheit im öffentlichen Raum zu veröffentlichen. Die Motion Aebischer wird dabei eine Rolle spielen, um die Transparenz und den Dialog über die Herausforderungen im Umgang mit Suchtproblemen zu fördern.
Ein Blick über die Grenzen: Das deutsche Suchthilfesystem
Um die Bedeutung solcher Angebote zu verdeutlichen, lohnt sich ein Blick auf das Suchthilfesystem in Deutschland. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts hat sich dort ein spezialisiertes System entwickelt, das differenzierte Hilfen für Menschen mit Suchtproblemen bereitstellt. Diese reichen von kostenfreien und offenen Angeboten wie Suchtberatung und Prävention bis hin zu spezifischen Maßnahmen wie Entzugsbehandlungen und Eingliederungshilfen. Das deutsche Modell zeigt, wie wichtig es ist, kontinuierlich auf veränderte Konsumgewohnheiten und neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu reagieren, um den Hilfebedürfnissen gerecht zu werden.
Durch diese verschiedenen Ansätze, sowohl in Solothurn als auch in Deutschland, wird deutlich, dass die Unterstützung von Menschen mit Suchterkrankungen nicht nur eine soziale Verantwortung, sondern auch eine gesellschaftliche Notwendigkeit darstellt. Das Wiedereröffnen des Aufenthaltscontainers in Solothurn ist ein ermutigendes Zeichen für die Zukunft dieser wichtigen Arbeit.