In einem historischen Moment hat der Bundesrat erstmals einen Streit zwischen den Kantonen Solothurn und Bern geschlichtet. Es ging um die geplante Festsetzung eines Logistik-Areals im Richtplan des Kantons Bern, das im idyllischen Utzenstorf BE seinen Standort finden soll. Der Kanton Solothurn hatte Bedenken geäußert und sich gegen die Entwicklungen zur Wehr gesetzt. Aber jetzt ist es amtlich: Der Logistikstandort wurde genehmigt!

Der Kompromiss, der nun auf dem Tisch liegt, sieht vor, dass 60% der Lastwagenfahrten durch den Kanton Bern und 40% durch den Kanton Solothurn erfolgen müssen. Das bedeutet, dass die Lkw nicht nur durch die ländlichen Gebiete fahren, sondern auch mehrere Dörfer passieren müssen, um zu dem Lager der ehemaligen Papierfabrik zu gelangen. Die Zufahrt zum Gelände ist über Utzenstorf und Gerlafingen möglich, was die Anwohner wahrscheinlich sehr genau beobachten werden.

Ein logistisches Kraftwerk

Die Pläne von Digitec Galaxus und der Post, große Lager für den Warenumschlag in Utzenstorf zu errichten, sind nicht einfach nur Zahlen auf einem Papier. Durch den steigenden Onlinehandel ist ein Warenlager für kleine und mittelgroße Produkte in Planung. Das ist natürlich eine spannende Entwicklung, aber der Kanton Solothurn befürchtet, dass dies zu einem Anstieg des Verkehrs, insbesondere durch Lastwagenfahrten, führen könnte – und das vor allem durch Gerlafingen. Da wird man wohl noch einige Diskussionen führen müssen!

Der Bundesrat hat jedoch betont, dass die Differenzen zwischen den Kantonen bereinigt wurden. Und das ist nicht einfach ein Lippenbekenntnis. Diese Einigung ist das erste Mal, dass ein solches Verfahren zwischen zwei Kantonen durchgeführt wurde. Zieht man die bestehende Bahninfrastruktur in Betracht, soll ein Teil der Warentransporte sogar auf die Schienen verlagert werden. Das klingt nach einer nachhaltigen Lösung, die den Verkehr entlasten könnte.

Ein gemeinsames Ziel

Zusätzlich wurde bekannt, dass der Kanton Bern das südliche Areal des Logistikstandorts aus seinem Richtplan gestrichen hat. Damit sollen Vorhaben mit erheblichen Auswirkungen auf Raum und Umwelt vermieden werden. Die Vereinbarung zwischen den Kantonen legt verbindliche Grundlagen für die Entwicklung des Standorts und die Zusammenarbeit bei grenzüberschreitenden Raumplanungsfragen fest. Das klingt nach einem vernünftigen Schritt, um die Interessen aller Beteiligten zu wahren.

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Die Gemeinden und regionalen Planungsgremien werden in den Dialog einbezogen, um eine raum- und umweltverträgliche Entwicklung zu fördern. Das ist besonders wichtig, denn wie viele Fahrten genau geplant sind, bleibt unklar. Während Digitec Galaxus 2021 von 980 Zu- und Abfahrten werktags sprach, gibt die Gemeinde Gerlafingen lediglich 300 Lastwagenfahrten an. Da wird man wohl noch genau hinschauen müssen, um den Überblick zu behalten.

Wie es weitergeht, bleibt spannend. Man darf gespannt sein, wie sich die Situation entwickeln wird und ob die Bedenken der Anwohner ernst genommen werden. Der Weg zur Einigung war sicher nicht einfach, aber die beiden Kantone haben einen wichtigen Schritt in Richtung Zusammenarbeit und Verständnis gemacht. Ob das alles am Ende so reibungslos klappt, wie erhofft? Wir werden sehen!