FDP in der Zwickmühle: Ein Rückschlag für Rufer und die Suche nach landwirtschaftlicher Unterstützung
Heute ist der 19.06.2026 und wir blicken nach Solothurn, wo sich die politische Bühne einmal mehr bewegt. Martin Rufer, der Direktor des Schweizer Bauernverbandes, hat sich erneut auf die Ständeratskandidatur der FDP Solothurn beworben und ist dabei gescheitert. Am 17. Juni 2023 wurde die 36-jährige Rechtsanwältin und Parteipräsidentin Sabrina Weisskopf als Kandidatin für die nationalen Wahlen im Herbst 2027 nominiert. Das ist natürlich ein herber Rückschlag für Rufer, der schon bei den Nationalratswahlen 2023 gegen Simon Michel den Kürzeren zog. Michel hatte ein gewaltiges Wahlkampfbudget, während Rufer auf dem ersten Ersatzplatz landete – nicht gerade der beste Platz, um zu glänzen.
Die FDP ist in einer heiklen Lage. Sie strebt an, den seit 2011 verlorenen Ständeratssitz zurückzugewinnen, den Pirmin Bischof von Die Mitte inne hat. Bischof hatte Rufer’s Parteikollegen, Kurt Fluri, in der Stichwahl klar besiegt. Auch bei den Wahlen 2023 konnte die FDP keinen Fuß fassen: Kandidat Remo Ankli zog sich nach einem schwachen ersten Wahlgang zurück. Jetzt bleibt die Frage, ob Bischof 2027 zur Wiederwahl antreten wird. Ein bisschen Spannung ist da doch, oder?
Die Landwirtschaft und die Wählerunterstützung
Ein weiterer Punkt, der nicht unbeachtet bleiben sollte: Die FDP hat seit dem Ausscheiden von Jacques Bourgeois aus dem Nationalrat keinen Bezug zur Landwirtschaft mehr. Das hat sich negativ auf die Wählerunterstützung in ländlichen Gebieten ausgewirkt. Und das ist ein Problem, denn ein enger Kontakt zur Landwirtschaft ist für viele Wähler von entscheidender Bedeutung. Bei den Grossratswahlen im Kanton Bern 2026 konnte Andreas Wyss, ein Gemeinderatspräsident mit landwirtschaftlichem Hintergrund, immerhin einen Sitz für die FDP im Emmental erringen. Er sieht sich selbst als Brückenbauer und möchte die FDP-Fraktion für landwirtschaftliche Anliegen sensibilisieren. Das klingt doch nach einem Ansatz, der frischen Wind bringen könnte!
In den Kreisen der SVP ist man sich einig: Ein Bezug zur Landwirtschaft auf Bundesebene ist dringend nötig. Die Wähler in ländlichen Regionen wollen nicht nur gehört, sondern auch verstanden werden. Und hier könnte die FDP noch einiges an Boden gutmachen – falls denn die richtigen Maßnahmen ergriffen werden. Es bleibt also spannend zu beobachten, wie sich die Partei in der kommenden Zeit aufstellt und ob sie den Kontakt zu den ländlichen Wählern wiederherstellen kann. Die Zukunft der Landwirtschaftspolitik wird sich zeigen müssen.
