In den letzten Monaten hat ein Fall aus dem Kanton Solothurn für Aufsehen gesorgt, der so absurd wie besorgniserregend ist. Ein 24-jähriger freiwilliger Feuerwehrmann hat nicht weniger als 14 Brände gelegt – und das, während er selbst bei einigen dieser Einsätze als Feuerwehrmann im Einsatz war. Man fragt sich: Wie kann jemand, der schwört, Leben zu retten, gleichzeitig Flammen entfachen? Der junge Mann, der seit rund zehn Jahren Mitglied der Jungen SVP ist, schien ein Doppelleben zu führen. Er war nicht nur in der Feuerwehr aktiv, sondern auch in der rechtsextremen Szene unterwegs, nahm an Demonstrationen teil und stellte sich als Verfechter von Recht und Ordnung in sozialen Medien dar. Die Ironie ist kaum zu übersehen.

Die Brandstiftungen fanden zwischen 2024 und Januar 2026 in Langendorf, Solothurn und Bellach statt. Ursprünglich war von acht Bränden die Rede gewesen, doch nun sind es insgesamt 14, die er gestand. Dabei wählte er meist Abbruchliegenschaften und wertlose Gegenstände für seine Taten aus. Er verwendete Holzwolle und Kerzen, was darauf hindeutet, dass er nicht einmal auf Brandbeschleuniger zurückgreifen wollte. Vielleicht wollte er sich damit noch als „sauberer“ Brandstifter präsentieren? Nach seiner Festnahme im Januar, bei der er versuchte zu fliehen und sich dabei schwer verletzte, kam er nach zwei Monaten Untersuchungshaft frei – unter Anordnung von Ersatzmaßnahmen. Die genauen Details dieser Maßnahmen wurden nicht veröffentlicht, aber es wird vermutet, dass er sich regelmäßig bei der Polizei melden muss und seine Ausweisdokumente einbehalten werden.

Ein Feuerwehrmann mit dunkler Vergangenheit

Die Brände, die in der Region für Angst und Unruhe sorgten, betrafen nicht nur leerstehende Gebäude, sondern auch Autos und Industrieanlagen. Komischerweise gesellten sich zu den Flammen auch Vorfälle in der Umgebung – im Dezember brannten eine Landwirtschaftshalle und zwei Autos in Zuchwil, und im März, während seiner Haft, brannte ein Bauernhof nur wenige hundert Meter vom letzten Brandort entfernt nieder. Diese alarmierenden Entwicklungen werfen die Frage auf, ob es vielleicht noch weitere Brandstiftungen gab, die mit ihm in Verbindung stehen könnten.

Der Feuerwehr-Kommandant äußerte sich schockiert über die Vorfälle und informierte die Mannschaft über das Geschehen. Man kann sich gut vorstellen, wie es in der Feuerwehr zu ging – eine Mischung aus Entsetzen und Unglauben. Wie kann jemand, der Teil der Gemeinschaft ist, das Vertrauen seiner Kollegen und der Bevölkerung so verraten? Der junge Feuerwehrmann selbst kann seine Handlungen nicht mit seinen politischen Ansichten in Einklang bringen und zeigt Reue, was die ganze Situation noch komplizierter macht. Er bewundert Christoph Blocher und hat sich aktiv an Demonstrationen der rechtsextremen Jungen Tat beteiligt, wo er stolz mit einer Schweizer Fahne marschierte. Dennoch beteuert er, dass seine politischen Ansichten nichts mit seinen Taten zu tun haben.

Ein trauriges Kapitel

Die Geschehnisse in Solothurn sind nicht nur ein lokales Phänomen. Im weitesten Sinne spiegeln sie ein gesellschaftliches Problem wider, das auch in anderen Regionen auftritt. Der Fall eines rechtsextremen Brandanschlags in Wächtersbach, bei dem ein Hausbesitzer eine Versicherungssumme von 350.000 Euro durch einen inszenierten Brand ergaunern wollte, zeigt, wie tief der Abgrund der Verzweiflung oder der kriminellen Energie sein kann. Hier wie dort sind es oft persönliche Motive, die hinter solch verheerenden Taten stecken, und die Menschen, die in den Flammen leiden, sind letztlich die Unschuldigen.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

In einer Zeit, in der solche Vorfälle ans Licht kommen, bleibt die Frage der Verantwortung und der Vorbeugung im Raum. Wie kann man verhindern, dass Menschen, die das Vertrauen der Gemeinschaft haben, zu Tätern werden? Das wird eine der Herausforderungen sein, mit denen die Gesellschaft sich auseinandersetzen muss. Denn die Flamme der Brandstiftung brennt nicht nur in Solothurn, sondern könnte überall auflodern, wenn wir nicht aufpassen.