Im malerischen Bezirk Küssnacht, wo der historische Ortskern an den See schmiegt, wird derzeit an einem ambitionierten Projekt gearbeitet, das nicht nur den Seeplatz, sondern auch das Parkhaus Dorfhalde neu gestalten soll. Die Stimmberechtigten haben am 8. März 2026 grünes Licht gegeben und die Ausgaben von insgesamt 1,55 Millionen Franken genehmigt, um die Planungen voranzutreiben. Der Bezirksrat hat diese Entscheidung als Auftrag verstanden, tragfähige Lösungen zu entwickeln, die alle Facetten der Gesellschaft einbeziehen. Eine breite Mitwirkung aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft liegt den Planungen zugrunde, weshalb zwei Begleitgruppen eingerichtet wurden, die bereits in Kalenderwoche 17 ihre ersten Sitzungen abgehalten haben.
Das Ziel dieser Umgestaltung ist klar: Der Seeplatz soll zu einem attraktiven Freiraum werden, der nicht nur die Aufenthaltsqualität steigert, sondern auch die Parkplatzsituation im Zentrum von Küssnacht verbessert. Aktuell gibt es 75 öffentliche Parkplätze, doch die Kapazität wird durch den geplanten Bau eines unterirdischen Parkhauses mit etwa 250 Stellplätzen am Standort Dorfhalde erweitert. Die Zufahrt erfolgt über die stark frequentierte Begegnungszone Unterdorf, die bereits jetzt eine Herausforderung darstellt.
Ein ausgewogenes Konzept für die Zukunft
Im Rahmen des räumlichen Entwicklungskonzepts (REK) wird der Seeplatz neu gestaltet, und die Bevölkerung hat bereits in einer Online-Mitwirkung im November und Dezember 2020 positive Rückmeldungen gegeben. Nun steht eine weitere Online-Befragung an, die vom 16. August bis zum 6. September 2024 stattfinden wird. Hierbei werden die Teilnehmer erneut die Gelegenheit haben, ihre Wünsche und Vorstellungen einzubringen. Die bisherigen Rückmeldungen zeigen, dass eine Mehrheit von 73 % sich eine weitgehend autofreie Zone wünscht, ergänzt durch zusätzliche Sitzgelegenheiten, Bäume und öffentliche Toiletten.
Die geplante Umgestaltung des Seeplatzes erfolgt im Rahmen eines anonymen Projektwettbewerbs, bei dem die Jury die eingereichten Projekte prüft und das Siegerprojekt auswählt. Die Berücksichtigung kommunaler Vorgaben sowie der Bedürfnisse der Bevölkerung sind zentrale Aspekte, um eine höhere Aufenthaltsqualität zu gewährleisten. Weniger Versiegelung und mehr Bepflanzung stehen ebenfalls auf der Agenda. Die Ausschreibungsunterlagen für das Planerwahlverfahren des Parkhauses werden erstellt, und die Ausschreibung selbst ist für den Sommer 2026 geplant, während die Wahl des Planerteams voraussichtlich Anfang Herbst 2026 stattfinden wird.
Der öffentliche Raum im Fokus
Die Entwicklung des öffentlichen Raumes ist grundlegend für das gesellschaftliche Zusammenleben – das zeigt nicht nur das Projekt in Küssnacht, sondern auch die breite Diskussion über den öffentlichen Raum in europäischen Städten. Er ist nicht nur ein Ort der Begegnung, sondern stiftet auch Identität und Zugehörigkeit. Die Herausforderung besteht darin, eine Balance zwischen der geschichtlichen Identität und den neuen Anforderungen an die Stadt zu finden. Die Gestaltung des öffentlichen Raumes muss inklusiv sein und den Bedürfnissen aller Bürger gerecht werden.
Die Planungen in Küssnacht sind ein Beispiel dafür, wie durch transparente Wettbewerbsverfahren und aktive Bürgerbeteiligung ein lebendiger und attraktiver öffentlicher Raum entstehen kann. Die Qualität der Planungs- und Bauprozesse sollte durch klare Leitlinien gesichert werden, um sowohl ein lebenswerter Wohnraum als auch ein geschätzter öffentlicher Raum zu gewährleisten. Die nächste Etappe sieht die Jurierung der Projekte im Oktober 2026 vor, gefolgt von einer öffentlichen Ausstellung zu Beginn des Jahres 2027.
Die Grundeigentümer im Gebiet Dorfhalde sind eng in den Prozess eingebunden, und die Grundeigentümer des Seeplatzes werden direkt in die Wettbewerbsjury integriert. Der Weg zur Weiterentwicklung des Zentrums von Küssnacht wird geebnet, um eine abgestimmte Aufenthaltsqualität und Parkierung zu schaffen. Mit einem klaren Plan und der Beteiligung der Gemeinschaft wird Küssnacht bald einen neuen, einladenden Mittelpunkt haben, der weit über die Parkplatzproblematik hinausgeht.