In Ingenbohl, im Kanton Schwyz, hat am Mittwoch um 11.00 Uhr ein bedeutendes Kapitel in der Geschichte des Tunnelbaus begonnen. Die erste Tunnelsprengung für den Morschacher Tunnel, ein zentraler Bestandteil der neuen Axenstrasse, wurde mit großem Interesse verfolgt. Rund 200 Gäste fanden sich ein, um diesen historischen Moment mitzuerleben. Und ganz besonders: Die Schwyzer Olympiasiegerin im Sportschiessen, Nina Christen, war die Glückliche, die das erste Signal zur Sprengung gab. Ein echter Moment des Stolzes!
Mit einer Länge von 2,9 Kilometern wird der Morschacher Tunnel die Verbindung zwischen Ingenbohl und Ort ermöglichen. Parallel dazu entsteht der 4,4 Kilometer lange Sisikoner Tunnel, der zwischen Ort und Gumpisch in Flüelen verläuft. Beide Tunnel werden im Sprengvortrieb gebaut und sollen bis 2033 die Verkehrsströme deutlich entlasten. So wird die neue Axenstrasse nicht nur als „regionaler Lebensnerv“ bezeichnet, sondern auch als national relevante Verbindung für die Schweiz. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 1,2 Milliarden Franken, wobei der Großteil vom Bund getragen wird. Das Ziel? Die Nord-Süd-Achse sicherer und zuverlässiger machen und das Urner Dorf Sisikon vom Durchgangsverkehr befreien.
Ein Blick hinter die Kulissen
Während die ersten Sprengungen bereits ein aufregendes Spektakel boten, laufen die Vorarbeiten für den Hauptvortrieb des Morschacher Tunnels bereits auf Hochtouren. Oberbauleiterin Carolina Camus gewährt in einem Interview Einblicke in die Herausforderungen und Aufgaben, die ihren Alltag prägen. Ab Frühling 2026 geht es dann richtig los mit dem Hauptvortrieb. Der Tunnel und der dazugehörige Entwässerungsstollen in Ingenbohl sind nicht nur technisch herausfordernd, sondern auch von großer Bedeutung für die Region.
Um die betroffenen Gemeinden stets auf dem Laufenden zu halten, werden Bau-Nachrichten regelmäßig verteilt – und das sogar per Post! Auf der letzten Seite des Infoflyers finden sich aktuelle Informationen zum Fortschritt der Bauarbeiten. Wer noch mehr wissen möchte, kann die Neuigkeiten auch als PDF herunterladen. So bleibt jeder gut informiert, der sich für das Projekt interessiert.
Schweizer Ingenieurskunst im Tunnelbau
Der Tunnelbau hat in der Schweiz eine lange Tradition und gilt weltweit als Vorbild. Die Geschichte reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück, als der erste Gotthard-Scheiteltunnel 1882 eröffnet wurde und Nord- und Südeuropa verband. Mit dem Gotthard-Basistunnel, der 2016 eingeweiht wurde, haben wir sogar den längsten Eisenbahntunnel der Welt in unseren Alpen. Die Ingenieure und Bauarbeiter in der Schweiz nutzen modernste Technik wie Tunnelbohrmaschinen (TBM), die nicht nur präzise, sondern auch sicher arbeiten. Es ist beeindruckend zu sehen, wie sich die Techniken über die Jahre entwickelt haben – von GPS über Laserscanning bis hin zu digitalen Simulationen.
Sicherheitskonzepte sind beim Tunnelbau natürlich auch ein großes Thema. Belüftungssysteme, Fluchtstollen und moderne Brandschutztechnologien sorgen dafür, dass die Tunnel sowohl für die Arbeiter als auch für die späteren Nutzer sicher sind. Die Herausforderungen im Tunnelbau, besonders in Regionen mit unterschiedlichen Gesteinsformationen, erfordern eine enge Zusammenarbeit zwischen Geologen, Ingenieuren und Mineuren. Flexibilität ist das A und O!
Die Zukunft sieht vielversprechend aus: In den nächsten 20 Jahren wird weltweit mit dem Bau von etwa 3.200 km neuen Tunneln gerechnet. Die Schweiz wird dabei weiterhin eine führende Rolle spielen. Es bleibt spannend, was die nächsten Jahre bringen werden!