Mit dem Sommer in Basel beginnt nicht nur die Zeit der blühenden Blumen und warmen Sonnenstrahlen, sondern auch die gefürchtete Zeckensaison. Jedes Jahr aufs Neue erwacht die Natur und lockt uns mit ihren grünen Wiesen und schattigen Wäldern. Doch Vorsicht ist geboten! Zecken können gefährliche Krankheiten übertragen, und die Liste der möglichen Erreger ist alles andere als kurz. Besonders im Blickpunkt stehen Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).
Markus Schneemann, der stellvertretende Chefarzt der Klinik für Innere Medizin in Schaffhausen, hebt die Bedeutung des Schutzes vor Zeckenstichen hervor. Er empfiehlt, sich vor einem Ausflug ins Grüne gut zu informieren und geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Dazu gehört das Tragen von langer Kleidung, das Meiden von hohem Gras und das Auftragen von Zeckenschutzmitteln. Die gute Nachricht? Für alle, die in Risikogebieten leben – und das gilt für fast ganz Schweiz, bis auf den Kanton Tessin – gibt es eine sichere und wirksame Impfung gegen FSME, die ab dem dritten Lebensjahr empfohlen wird.
Richtige Verhaltensweisen nach einem Aufenthalt im Freien
Ein Spaziergang im Wald oder ein Picknick auf der Wiese – das klingt wunderbar! Doch nach solchen Aktivitäten sollte man unbedingt einen Blick auf die Haut werfen. Zecken lieben warme, feuchte Stellen, und ihre bevorzugten Einstichstellen sind unter anderem die Achselhöhlen, Schultern, Armbeugen sowie Bauchnabel und Kniekehlen. Das Absuchen nach diesen kleinen Blutsaugern ist also unerlässlich.
Falls man eine Zecke entdeckt, gilt es, schnell zu handeln. Mit speziellen Hilfsmitteln wie Zeckenzangen oder Pinzetten sollte die Zecke vorsichtig entfernt werden, idealerweise so schnell wie möglich, um das Risiko einer Übertragung von Krankheitserregern zu minimieren. Die betroffene Stelle danach zu desinfizieren und zu beobachten, ist ebenfalls ratsam. Eine kleine Markierung kann helfen, die Stelle im Auge zu behalten. Und keine Panik – eine lokale Rötung nach einem Stich ist normal. Bei Rötungen an anderen Stellen oder grippeähnlichen Symptomen sollte man jedoch umgehend einen Arzt aufsuchen.
Besondere Vorsicht bei Hyalomma-Zecken
Wusstet ihr, dass es auch andere Zeckenarten gibt, die in Europa auftreten? Die Zeckengattung Hyalomma ist in Teilen Asiens, Afrikas und einigen Regionen Südosteuropas verbreitet. Diese Zecken sind ziemlich auffällig, etwa doppelt so groß wie die heimischen Ixodes ricinus und haben gestreifte Beine. Seit 2007 wurden Hyalomma-Zecken in Deutschland nachgewiesen, und sie gelangen mit Zugvögeln zu uns. Besonders im Sommer und Spätsommer sind sie aktiv.
Was viele nicht wissen: Hyalomma-Zecken können das Krim-Kongo-Virus tragen, welches das Krim-Kongo-Hämorrhagische-Fieber (CCHF) verursachen kann. Keine Sorge, nicht jede Hyalomma-Zecke ist infiziert, aber die Möglichkeit besteht. In Deutschland sind solche Zecken jedoch sehr selten, jährlich werden nur zwischen 2 und 20 Exemplare an das Robert Koch-Institut geschickt. Ob sich langfristig eine Hyalomma-Population in Deutschland ansiedeln kann, bleibt abzuwarten, aber die Wissenschaftler beobachten die Situation genau.
Steigende Temperaturen und niedrigere Luftfeuchtigkeit könnten ihre Ansiedelung tatsächlich begünstigen. Wenn ihr also eine Zecke entdeckt, die nicht wie gewohnt aussieht, könnte es sich um eine Hyalomma handeln. In solchen Fällen kann die Zecke ans RKI geschickt werden, wo sie untersucht wird.
In jedem Fall bleibt es wichtig, sich über die Risiken und Schutzmaßnahmen im Klaren zu sein. Informiert euch, bleibt aufmerksam und genießt den Sommer in Basel – aber denkt daran, nach dem Aufenthalt im Freien einen Blick auf die eigene Haut zu werfen!