In den letzten Jahren hat die frühe Sprachförderung in der Schweiz an Bedeutung gewonnen, und das ist nicht einfach nur ein Trend. Im Kanton Schaffhausen wird bereits kräftig an der Optimierung der schulischen Rahmenbedingungen gearbeitet. Ein Postulat aus dem Jahr 2017 fordert eine ganzheitliche Lösung für die sprachliche Frühförderung – insbesondere für Kinder, die Deutsch als Zweitsprache lernen. Die politischen Akteure haben erkannt, dass hier Handlungsbedarf besteht, und so wurde eine Projektorganisation ins Leben gerufen. Fachpersonen, Gemeindevertreter und eine politische Steuergruppe arbeiten Hand in Hand, um ein effektives Modell zu entwickeln.

Doch was steckt genau hinter dem Schaffhauser Modell? Das Konzept soll auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und den Erfahrungen aus anderen Kantonen basieren. Ein vierjähriges Pilotprojekt zur „Frühen Deutschförderung“ steht dabei im Mittelpunkt. Die Ergebnisse dieser Initiative werden mit Spannung erwartet. Geplant sind verschiedene Maßnahmen: von einer Weiterbildungsoffensive für Fachpersonen über die Professionalisierung von Spielgruppen bis hin zur Sensibilisierung der Eltern für Sprach- und Leseförderung. Alltagsintegrierte Sprachförderung, das bedeutet, dass die Sprachentwicklung im Alltag der Kinder verankert wird – ein Ansatz, der die Chancen auf gelingende Lebensläufe erhöhen soll.

Ein Blick auf die finanziellen Rahmenbedingungen

Die finanziellen Mittel für diese ambitionierten Pläne sind ebenfalls beachtlich. Jährlich sollen 110.000 Franken für Weiterbildungsangebote bereitgestellt werden, und 1,5 Millionen Franken fließen in die Unterstützung der Spielgruppenbesuche. Zudem gibt es eine einmalige Anschubfinanzierung von 46.000 Franken für die Qualitätsentwicklung der Spielgruppen. Eltern, die sich fragen, wie sie ihre Kinder bestmöglich fördern können, sollten wissen: Die Stadt Schaffhausen wird ihre Unterstützungsangebote bis zum 28. August 2026 zur Vernehmlassung stellen. Über „E-Mitwirkung“ können Gemeinden, Parteien und betroffene Verbände ihre Meinung äußern, bevor die Vorlage dem Kantonsrat vorgelegt wird.

Ein spannendes Weiterbildungsangebot erwartet die Kita-Mitarbeitenden im Frühjahr 2025. Ziel ist es, die Sprachentwicklung der Kinder intensiv zu fördern – und zwar abgestimmt auf die unterschiedlichen Voraussetzungen, die jedes Kind mitbringt. In Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule St. Gallen werden fünf Strategien zur alltagsintegrierten Sprachförderung vermittelt. Praxisbesuche während der regulären Arbeitszeit ermöglichen es den Fachpersonen, das Gelernte direkt anzuwenden und die Kinder in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Dabei spielt die Zusammenarbeit mit den Eltern eine entscheidende Rolle.

Der Fahrplan zur besseren Sprachförderung

Die Weiterbildung, die von Februar bis Juni 2025 stattfindet, umfasst auch vier Besuche vor Ort mit Coachinggesprächen. Nach diesen Besuchen gibt es schriftliche Rückmeldungen und Zielfestlegungen für die Teilnehmenden. Am 9. September 2025 wird eine Abschlussveranstaltung stattfinden, bei der alle Teilnehmer ihre Erfahrungen austauschen können. Die Kurskosten von CHF 450.00 pro Person werden im Voraus vom Arbeitgeber übernommen, die Stadt Schaffhausen trägt die restlichen Kosten. Ein wichtiges Detail: Sollte die Teilnehmerzahl zu gering sein, behält sich die Stadt das Recht vor, den Kurs abzusagen. Es geht schließlich um die Qualität der Förderung, und die sollte an erster Stelle stehen.

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Die kommenden Jahre in Schaffhausen werden also spannend. Mit einem klaren Fokus auf die sprachliche Frühförderung und einem gut durchdachten Konzept wird die Grundlage für eine erfolgreiche Entwicklung der Kinder gelegt. Das Engagement der Gemeinde und der Fachpersonen zeigt, dass man die Weichen für die Zukunft richtig stellen möchte. Hier wird nicht einfach nur geschaut, sondern aktiv gehandelt – und das ist in der heutigen Zeit mehr denn je von Bedeutung.