Heute ist der 8.05.2026 und in Schaffhausen gibt es viel Gesprächsstoff, wenn es um das Thema Veloverkehr geht. Die Stadt hat sich von September bis November 2025 am Prix Velo beteiligt, einem Wettbewerb, der von Pro Velo Schweiz initiiert wurde. Doch die Ergebnisse sind irgendwie durchwachsen. Mit einem bescheidenen 17. Platz von 18 in der Kategorie ähnlich großer Städte und dem 53. Platz von 56 in der gesamten Schweiz bleibt der Handlungsbedarf beim Veloverkehr unübersehbar. Das ist schon ein bisschen ernüchternd, oder?

Velofahrende in Schaffhausen haben klare Vorstellungen, was besser werden muss: Sicherheit, Komfort und eine durchgängige Veloinfrastruktur stehen ganz oben auf der Liste. Kritische Punkte sind gefährliche Stellen und Kreuzungen, die vor allem bei Baustellen für Verwirrung sorgen, sowie Mängel auf den Hauptachsen des Velonetzes. Die Bewertungen für Sicherheit (3.3) und Komfort (3.1) waren die niedrigsten. Da muss man sich schon die Frage stellen: Wo bleibt der Fortschritt? Trotz positiver Rückmeldungen zum Verkehrsklima und der Überzeugung, dass man hier gut Velofahren kann (3.9), sind die Schwachstellen nach wie vor präsent.

Ein Blick auf die Umfrage

Die Umfragebeteiligung war mit 488 Rückmeldungen im Vergleich zu 263 im Jahr 2021 erfreulicherweise gestiegen. Das gibt den Ergebnissen ein gewisses Gewicht und zeigt, dass die Velofahrenden ihre Stimme erheben wollen. Die Resultate sind nicht nur eine Standortbestimmung, sondern bestätigen auch die Erkenntnisse aus dem Gesamtverkehrskonzept. Dabei wird der Handlungsbedarf beim Veloverkehr zwar anerkannt, aber die Fortschritte sind bislang nicht in der Bewertung sichtbar geworden. Das ist ein bisschen wie beim guten alten Sprichwort: „Was lange währt, wird endlich gut“ – nur dass man hier irgendwie das Gefühl hat, dass es etwas länger dauert.

Die Stadtverwaltung hat angekündigt, dass die Ergebnisse in die Arbeiten zur Veloinfrastruktur einfließen werden. Dabei liegt der Fokus auf Sicherheit, einem besseren Baustellenmanagement und dem Schließen von Netzlücken. Das alles ist wichtig, denn der historisch gewachsene Stadtraum und die spezielle Topografie erfordern differenzierte, ortsspezifische Lösungen. Der Stadtrat setzt dabei auf eine schrittweise und fachlich fundierte Weiterentwicklung der bestehenden Planungsinstrumente. Mal schauen, was das bringt!

Ein Blick über den Tellerrand

Wenn wir über Veloverkehr sprechen, dürfen wir nicht vergessen, dass die Schweiz an einem größeren Plan arbeitet. Das Ziel der nationalen Initiativen ist die Verbesserung des Veloverkehrs durch hochwertige Velobahnen, die Sicherheit und Flüssigkeit fördern. In vielen Ländern sind solche Velobahnen bereits weit verbreitet, und auch hierzulande werden sie durch das Veloweggesetz geplant. Das Handbuch des Astra und der Velokonferenz Schweiz bietet dabei wertvolle Unterstützung für die Planung und die Schaffung einheitlicher Ausbaustandards.

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Besonders die Kreuzungen, die oft als schwächste Glieder in Velorouten gelten, stehen im Fokus. Dort passieren viele Unfälle! Das Handbuch bietet standardisierte Knotenlösungen, um die Sicherheit und Attraktivität dieser Punkte zu verbessern. Und nicht zu vergessen: eine attraktive und sichere Veloparkierung ist entscheidend für die Nutzung des Velos. Denn wenn es an Abstellmöglichkeiten mangelt oder Sicherheitsbedenken bestehen – sei es durch Diebstahl oder Witterung – schränkt das die Nutzung gewaltig ein. Hier gibt es also noch einiges zu tun, damit das Velofahren in Schaffhausen wirklich zum Genuss wird.

Man kann nur hoffen, dass die Stadtverwaltung die richtigen Lehren aus den Umfrageergebnissen zieht und die Veloinfrastruktur nach den Bedürfnissen der Velofahrenden anpasst. Schließlich ist es das Ziel, dass wir alle sicher und bequem durch die Stadt radeln können – ohne ständig auf der Hut sein zu müssen. Wer weiß, vielleicht kommt bald der Tag, an dem Schaffhausen nicht nur im Verkehrsklima, sondern auch in der Veloinfrastruktur ganz oben mitspielt. Darauf dürfen wir gespannt sein!