Am Griesbacherhof in Schaffhausen war die Aufregung groß. Die Braunviehkuh Bernadett stand im Mittelpunkt einer besonderen Veranstaltung, die nicht nur Züchter Rafael Brütsch, sondern auch zahlreiche Besucher anlockte. Die Atmosphäre war lebhaft, und man konnte förmlich die Vorfreude spüren, als der Stall für die Präsentation hergerichtet wurde. Kühe wurden rasiert und gestriegelt, sodass sie in neuem Glanz erstrahlten. Und die Kälber? Die standen brav in ihren Gattern und schauten neugierig auf das Treiben um sie herum.
Bernadett, Jahrgang 2014, ist eine wahre Matriarchin. Mit neun Töchtern und einem Sohn hat sie bereits die nächste Generation großgezogen. Sechs ihrer Töchter haben bereits selbst kalben dürfen. Es ist schon eine beeindruckende Geschichte, die die Kuhfamilie erzählt, die bis ins Jahr 2003 zurückreicht, als die Braunviehhaltung auf dem Hof begann. Die Präsenz von Bernadett in ihrer 10. Laktation, nach der Geburt von 10 Kälbern, zeugt von ihrem unglaublichen Leistungsvermögen.
Die Beurteilung der Tiere
Das Event bot nicht nur eine Gelegenheit, die Tiere zu bewundern, sondern auch, sich von Experten wie Patrik Birrer die Beurteilungen der Tiere anzuhören. Die Kühe wurden in einem freien Ring präsentiert, was einen erfrischenden Gegensatz zu den traditionellen Formaten der Milchwirtschaft darstellte. Die Bewegung in den Gruppen beim Öffnen der Gatter war ein beeindruckendes Schauspiel. Die Beurteilung umfasste 15 direkte und indirekte Nachkommen, allesamt Braunvieh. Bernadett selbst erreichte beeindruckende 37 von 43 Punkten bei den inneren Werten und ihre Nachkommen erhielten 43 von 48 Punkten für äußere Merkmale. Eine Gesamtpunktzahl von 83 Punkten ist wirklich bemerkenswert.
Der Zuchtansatz ist ebenso interessant: Hornlose Tiere und Limousin-Genetik kommen zum Einsatz. Besonders die Tochter Campari und Kuh Ruka repräsentieren unterschiedliche Zuchtphasen, während Tochter Jemima mit ihrem ausgeprägten Charakter glänzt. Ein Kalb aus Limousin-Kreuzung zeigte eine hohe Tageszunahme von 1680 Gramm – das ist schon eine Hausnummer!
Ein Fest für alle Sinne
Die Veranstaltung war nicht nur eine fachliche Zusammenkunft, sondern auch ein Fest für alle Sinne. Die Verpflegung ließ keine Wünsche offen: Würste, Gerstensuppe, Kuchen und die berühmte Hofglace sorgten dafür, dass die Besucher nicht nur mit Informationen, sondern auch mit kulinarischen Genüssen verwöhnt wurden. Es war eine Freude zu sehen, wie sich die Besucher unterhielten, lachten und gemeinsam die Zuchtfamilie feierten.
Am Ende der Präsentation wurde ein herzlicher Dank an die Familie und die zahlreichen Besucher ausgesprochen. Der Griesbacherhof hat sich einmal mehr als ein Ort der Begegnung und des Austausches etabliert, wo die Liebe zur Landwirtschaft und zur Tierzucht in der Luft liegt. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie Tradition und Moderne in solchen Veranstaltungen zusammenfließen – ein echtes Stück Heimat, das man nicht missen möchte.