In Schaffhausen tut sich einiges im Bereich der erneuerbaren Energien. Bei der jüngsten Generalversammlung der Landenergie Schaffhausen erklärte Präsident Hansueli Graf, dass die Organisation nun 75 Mitglieder zählt, was einen erfreulichen Anstieg darstellt. Die Landenergie hat einen Leistungsauftrag vom Regionalen Naturpark Schaffhausen erhalten und wird zunehmend als ernstzunehmender Akteur wahrgenommen. Es ist klar, dass die Nachfrage nach Fachwissen im Energiebereich wächst, was sich auch in den zahlreichen Anfragen an die Energiefachstelle zeigt. Diese ist aufgrund eines Beratermangels stark gefordert.
Die Versammlung brachte auch spannende Neuigkeiten zur Agrivoltaik, einem Thema, das die Teilnehmer begeistert. Hansueli Graf engagiert sich als Dozent und treibt zahlreiche Projekte voran. Ein Referat von Nicolas Soljan von Insolight beleuchtete die Doppelnutzung von Agrivoltaik, bei der landwirtschaftliche Produktion und Energiegewinnung Hand in Hand gehen. In der Praxis zeigt sich, dass die Solarmodule nicht nur zur Stromerzeugung beitragen, sondern auch als Schutz für die Kulturen dienen. So können Temperaturunterschiede von bis zu vier Grad erzielt werden, was das Frostrisiko verringert.
Fortschritte und Herausforderungen
Ein weiterer Fortschritt ist die geplante Kleinwindanlage in Oberhallau, deren Fundament bereits erstellt wurde. Der Aufbau ist für April angesetzt, mit einer Inbetriebnahme zu Pfingsten. Auch die neue Biogasanlage von Thomas Tanner in Merishausen wird im Mai besichtigt werden können und bringt frischen Wind in diesen Bereich. Doch nicht alle Projekte verlaufen reibungslos. Größere Photovoltaikprojekte sind herausfordernd; die geplante Anlage über Reben in Trasadingen wurde aufgrund hoher Kosten aufgegeben.
Die Energiefachstelle hat das Solarstrompotenzial des Kantons Schaffhausen analysiert. Agri-PV-Anlagen können nicht nur auf Dachflächen und Fassaden, sondern auch auf landwirtschaftlichen Nutzflächen zur Stromproduktion eingesetzt werden. Eine interaktive Web-App hilft Landwirten, die Eignung ihrer Flächen für solche Anlagen zu beurteilen und gibt wertvolle Hinweise zur möglichen Solarstromproduktion.
Die Zukunft der Agrivoltaik
Die Potenzialstudie zur Agri-Photovoltaik beschreibt nicht nur geeignete Flächen, sondern zeigt auch die verschiedenen Anlagentypen auf. Agri-Photovoltaik kombiniert landwirtschaftliche Produktion mit erneuerbarer Stromerzeugung auf derselben Fläche. Dies ist nicht nur umweltfreundlich, sondern kann auch zusätzliche Einkommensquellen für landwirtschaftliche Betriebe erschließen und deren Resilienz gegenüber Ernteausfällen erhöhen. Frühzeitige Bürgerbeteiligung ist dabei entscheidend für den Erfolg der Umsetzung.
Die Agrivoltaik hat noch viel Potenzial. Die Kosten für die Stromerzeugung liegen zwischen 7 und 12 Eurocent pro kWh, was diese Technologie wettbewerbsfähig macht. Die Landenergie Schaffhausen plant für 2026 mehrere Exkursionen und Informationsveranstaltungen, um die lokale Energiewende weiter voranzutreiben und Impulse zu setzen. Die Entwicklung einer neuen Website mit Bildern aus der Praxis wird zudem die Vielfalt der Energieprojekte in der Landwirtschaft präsentieren.
Mit diesen Initiativen zeigt die Landenergie Schaffhausen, dass sie die Entwicklung aktiv mitgestalten möchte. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Agrivoltaik und andere erneuerbare Energieprojekte weiter entfalten werden.