Heute ist der 21.05.2026 und in Obwalden hat der Kantonsrat am Donnerstag die Staatsrechnung 2025 mit einer überwältigenden Mehrheit von 50 zu 1 Stimmen genehmigt. Das klingt doch erst einmal ganz positiv, oder? Aber der Schein trügt ein bisschen. Während auf den ersten Blick ein Überschuss von 0,5 Millionen Franken zu sehen ist, gibt es tiefere Sorgen, die unter der Oberfläche brodeln. Die Finanzdirektorin Cornelia Kaufmann (Mitte) warnt eindringlich vor den stark steigenden Gesundheitskosten, die sich wie ein Schatten über den Staatshaushalt legen. Der Kanton gibt mehr aus, als er einnimmt – ein klassisches Rezept für finanzielle Schwierigkeiten.
Ein strukturelles Defizit macht sich breit, und die Reserven schmelzen dahin. Aktuell stehen noch 58,2 Millionen Franken in den Kassen. Dies ist nicht viel, wenn man bedenkt, dass die Ausgaben schneller steigen als die Einnahmen. Der Überschuss von 0,5 Millionen wurde hauptsächlich durch einen Abbau von 13,5 Millionen Franken aus dem finanzpolitischen Polster erreicht. Ursprünglich war ein Abbau von 21,1 Millionen Franken geplant, aber dank einer nicht budgetierten Gewinnausschüttung der Nationalbank von 8,8 Millionen Franken konnte die Situation ein wenig entspannender gestaltet werden.
Forderungen und Bedenken
Die Diskussion im Kantonsrat war lebhaft. Eva Morger von der SP brachte es auf den Punkt und kritisierte die Abhängigkeit des Kantons von externen Mitteln. Ihrer Meinung nach braucht es eine eigene Finanzierungsbasis, um langfristig handlungsfähig zu bleiben. Daniel Blättler von der SVP warnt vor der baldigen Erschöpfung der Reserven und spricht sich vehement gegen Steuererhöhungen aus. Da wird einem schon ein bisschen mulmig, wenn man an die Zukunft denkt.
Roland Kurz von der FDP brachte eine pragmatische Lösung ins Spiel: weniger Ausgaben. Er empfiehlt, Aufgaben zu reduzieren und auf überflüssige Ausgaben zu verzichten. Helen Keiser von der CSP hingegen sieht Einsparungen als notwendig an, schlägt aber moderate Steuererhöhungen vor – ein zweischneidiges Schwert, das nicht jeder gerne führt. Besonders besorgniserregend sind die stark steigenden Ausgaben für die Spitalversorgung. Kaufmann bezeichnete diesen Trend als alarmierend. Dominik Imfeld von der Mitte/GLP fordert eine bessere Koordination und einen Ausbau der Prävention im Gesundheitswesen.
Ein Blick über den Tellerrand
Die Diskussion über die Staatsrechnung 2025 ist nicht nur eine lokale Angelegenheit. In der Schweiz insgesamt sind die Gesundheitskosten ein heißes Eisen. Laut den Statistiken des Bundesamts für Statistik (BFS) steigen die Ausgaben im Gesundheitswesen kontinuierlich. Es ist ein Thema, das alle Kantone betrifft und letztlich auch die Bürger auf direkte Weise. Weitere Informationen zu den Gesundheitskosten und deren Finanzierung finden Sie auf der Webseite des BFS: BFS Gesundheitsstatistiken.
In Anbetracht all dieser Faktoren bleibt zu hoffen, dass der Kanton Obwalden einen Weg findet, die Herausforderungen zu meistern. Denn eines ist klar: Die Zeit für kreative Lösungen ist jetzt.