Andri Tuor: Ein neuer Weg für die Kirche in Obwalden?
Die Gerüchteküche brodelt in Obwalden! Andri Tuor, der ehemalige Rektor der Stiftsschule Engelberg, wird als möglicher neuer Weihbischof des Bistums Chur gehandelt. Diese spannende Nachricht stammt aus dem „Sonntagsblick“, und obwohl wir auf eine offizielle Bestätigung vom Bistum Chur warten, macht die Nachricht bereits die Runde. Der 51-jährige Tuor, von Bischof Joseph Bonnemain ins Spiel gebracht, wird als aufgeschlossen und wenig klerikal beschrieben – ein Mann, der sich gegen die „kirchliche Verkrustung“ stellt. Das klingt doch vielversprechend!
Seine Reise führte ihn 2023 nach Hildesheim, wo er eine Auszeit nahm und alternative Lebenswege als Mönch erkundete. Dabei äußerte er in einem Interview, dass er sich auch vorstellen könnte, als Seelsorger zu arbeiten oder sogar bei McDonald’s zu jobben. Ein vielseitiger Mensch ist er, der auf verschiedene Szenarien schielt. Bischof Bonnemain sieht in Tuor eine wertvolle Bereicherung für den synodalen Prozess, das Bildungswesen und vor allem bei der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen. Die nächste Studie zur Aufarbeitung wird von der Universität Zürich für Januar 2027 erwartet.
Ein schmerzhafter Abschied
Der Abschied von Pater Andri aus dem Kloster Engelberg kommt nicht ohne Wehmut. Abt Christian Meyer bedauert diesen Schritt und bezeichnet ihn als schmerzlich für die Gemeinschaft. Die Gründe sind vielfältig: Pater Andri vermisste das Feuer für ein Leben mit Christus und fühlt, dass er im Kloster nicht so leben kann, wie er es möchte. Abt Meyer spricht offen über die Herausforderungen, die das Mönchsein mit sich bringt. Es ist eine persönliche Angelegenheit, die von der individuellen Berufung abhängt, und hier scheint Pater Andri einen neuen Weg einschlagen zu wollen.
Er selbst beklagte, dass kaum ein Mitbruder ihn auf seinen Weggang angesprochen hat, und das lässt einen schon nachdenklich werden. Abt Meyer, der selbst eine Berufungskrise durchlebt hat, unterstützt Pater Andris Wunsch nach Veränderung und hat ihn für drei Jahre von seinen Verpflichtungen freigestellt. Immerhin gibt es die Möglichkeit, dass Pater Andri jederzeit ins Kloster Engelberg zurückkehren kann, solange er sich religiös weiterentwickelt.
Ein Blick in die Zukunft
Im Bistum Chur tut sich einiges, und die Erwartungen an die neuen Impulse, die Andri Tuor bringen könnte, sind hoch. In der jüngeren Vergangenheit hat Bischof Bonnemain immer wieder betont, wie wichtig es ist, die Kirche lebendig zu halten. Mit der Aussage „Solange Jesus bei uns ist, ist die Kirche im Dorf!“ hat er klar gemacht, dass der Glaube auch in der heutigen Zeit eine zentrale Rolle spielt.
Die Entwicklungen im Bistum sind spannend – über 600 Mitarbeitende und Mitwirkende feierten erst kürzlich ein Glaubensfest in Pfäffikon, trotz drückender Hitze. Die Verbundenheit mit Papst Leo XIV. wurde ebenfalls bekräftigt, und es gibt neue Angebote für Menschen, die in die Gemeinschaft der Kirche zurückkehren möchten. Man kann nur hoffen, dass auch Andri Tuor in diesem Kontext seine Stimme erheben und die Menschen erreichen kann.
