Heute ist der 16.07.2026 und wie es aussieht, wird Kägiswil in Obwalden bald etwas ruhiger. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) hat das Gesuch der Flugplatzgenossenschaft Obwalden (FGOW) für den Weiterbetrieb der Piste abgelehnt. Ein harter Schlag für die Sportflieger, die über Jahre hinweg für den Erhalt des Flugplatzes gekämpft haben. Schließlich ist dieser nicht nur ein Ort für Rundflüge oder Pilotenausbildung, sondern auch ein Stück Heimat für viele. Doch die FGOW konnte nicht die nötigen Einverständniserklärungen von umliegenden Landeigentümern, vor allem von den Bauern, einholen. Ein Umstand, der die Entscheidung des BAZL maßgeblich beeinflusste.

Jetzt plant die Rega, das Gelände als zentrale Wartungsbasis für ihre Helikopter zu nutzen. Eine Notwendigkeit, die die Piste obsolet macht, denn abgebrochen wird sie allemal. Es tut schon ein bisschen weh, die leidenschaftlichen Sportflieger zu sehen, die für ihre Leidenschaft kämpfen, während sie gleichzeitig zusehen müssen, wie ihre Träume in die Brüche gehen. Sogar eine Petition mit 10.000 Unterschriften zur Unterstützung des Weiterbetriebs der Piste blieb erfolglos. Und das, obwohl der Vertrag zwischen der Schweizer Rüstungsbeschaffungsstelle Armasuisse und den Sportfliegern bis Ende September 2026 läuft. Dennoch wird Armasuisse die Rückgabe des Flugplatzes bis Januar 2027 regeln.

Ein langer Kampf

Die Sportflieger haben nicht nur um den Erhalt eines Platzes gekämpft, sie haben auch um die Gemeinschaft gekämpft, die sich um diesen Ort gebildet hat. Die Freude am Fliegen, das gemeinsame Erleben von Höhen und Tiefen, all das geht nun in die Geschichte ein. Es ist ein bisschen wie ein Abschied von alten Freunden, die plötzlich einfach wegziehen. Und während die FGOW möglicherweise den Rechtsweg gegen die Verfügung des Bundes beschreiten wird, bleibt der Gedanke an die unzähligen Stunden, die hier in der Luft und am Boden verbracht wurden, zurück.

In der breiteren Perspektive zeigt sich, wie wichtig die Zivilluftfahrt für die Schweiz ist. Laut einer Analyse von INFRAS, die im Auftrag des BAZL erstellt wurde, wird die Zivilluftfahrt im Jahr 2024 direkt knapp 10 Milliarden Franken Wertschöpfung erzeugen. Und das ist noch nicht alles: Wenn man die Effekte entlang der Lieferketten und die Einkommenswirkungen berücksichtigt, steigt der Wertschöpfungsbeitrag auf satte 25 Milliarden Franken. Für viele Regionen in der Schweiz bedeutet das nicht nur wirtschaftlichen Aufschwung, sondern auch eine gute Erreichbarkeit. Zürich, Genf und Basel sind da die großen Akteure, die als Drehscheiben der globalen Anbindung fungieren.

Die Schattenseite der Luftfahrt

Es gibt jedoch auch eine andere Seite der Medaille. Die externen Kosten der Zivilluftfahrt, geschätzt auf rund 6,5 Milliarden Franken für 2024, werfen einen Schatten auf die glänzenden Zahlen. Vor allem die negativen Auswirkungen auf das Klima sind besorgniserregend. Diese Kosten werden weitgehend von der Allgemeinheit getragen – ein Aspekt, der nicht vergessen werden sollte, während wir über die Vorzüge des Luftverkehrs diskutieren.

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Die Situation in Kägiswil ist also nicht nur eine lokale Angelegenheit. Sie spiegelt die Herausforderungen und Chancen wider, die mit der Zivilluftfahrt verbunden sind. Während wir den Kampf der Sportflieger beobachten, bleibt die Frage: Was kommt als Nächstes? Wird die Luftfahrt in der Schweiz weiterhin florieren, oder werden wir bald mehr solcher Abschiede erleben müssen? Nur die Zeit kann das sagen.