Die Gelbbeinige Asiatische Hornisse, die sich in den letzten Jahren in der Schweiz einen Namen gemacht hat, ist nicht gerade der Schmeichler unter den Insekten. Ursprünglich aus dem fernen China stammend, wurde sie erstmals 2017 in der Schweiz gesichtet. Und das war erst der Anfang! So konnte man 2025 in den Kantonen Obwalden und Nidwalden ihre Präsenz beobachten. Klein, aber oho – sie ist kleiner als die einheimische Europäische Hornisse und zeigt sich mit einem dunklen Körper, der mit feinen gelben Streifen am Hinterleib und gelben Beinenden geschmückt ist. Es gibt bereits Regionen in der Schweiz, in denen sie sich etabliert hat.
Jetzt könnte man denken, das sei alles kein großes Ding, aber die Realität sieht anders aus. Die Ausbreitung dieser Hornisse verlangsamen zu wollen, ist das große Ziel. Und um das zu erreichen, bedarf es einer Strategie. Die effektivste Methode? Die Bekämpfung von Primärnestern. Diese werden im Frühjahr von Königinnen errichtet und befinden sich oft in der Nähe von Siedlungen, etwa unter Dachvorsprüngen, in Schuppen oder sogar in Nistkästen. Im Sommer ziehen sie dann mit ihrem Volk in größere Sekundärnester, wo sie bis zu mehreren Hundert Königinnen beherbergen können. Und das macht die Bekämpfung nicht nur anspruchsvoll, sondern auch teuer.
Die Herausforderung für Imker und Gartenliebhaber
Ein weiteres Ärgernis: Die Hornisse hat es auf Bestäuberinsekten, besonders Bienen, abgesehen. Das bedeutet nicht nur eine Bedrohung für die Imkerei, sondern auch für unsere Obst- und Weinanbauer, die sich mit den Schäden an den reifen Früchten herumschlagen müssen. Ein gesunder Bienenstock kann zwar resistenter gegen diese Eindringlinge sein, aber die Sorge bleibt, dass die Hornisse im schlimmsten Fall die Balance in unseren Gärten und Feldern stören könnte.
Für uns Menschen ist die Gefahr nicht größer als bei einheimischen Wespen- oder Bienenarten – allerdings, ein Stich kann schmerzhaft sein und allergische Reaktionen auslösen. Das möchte ja niemand erleben! Daher ist es besser, die Augen offen zu halten und Beobachtungen von Einzeltieren oder Nestern auf www.asiatischehornisse.ch zu melden. Fachpersonen werden dann aktiv und kümmern sich um die Verifizierung dieser Meldungen. Aber Vorsicht: Nester sollten auf keinen Fall selbst entfernt werden, da die Hornisse ziemlich aggressiv reagieren kann.
Ein Blick auf invasive Arten
Es ist nicht nur die Gelbbeinige Asiatische Hornisse, die uns Gedanken macht. Invasive Arten allgemein haben immer wieder die Fähigkeit, unsere einheimischen Ökosysteme ins Wanken zu bringen. Laut einem IPBES-Bericht gibt es weltweit über 37.000 gebietsfremde Arten, von denen mehr als 3.500 als invasiv gelten. In Deutschland sind 1.015 Neobiota-Arten registriert, die sich bereits etabliert haben. Die Liste ist lang, und die Herausforderungen, die sie mit sich bringen, sind nicht zu unterschätzen.
Mit dem Klimawandel rechnen viele Experten zudem mit einer verstärkten Ausbreitung nicht heimischer Arten. Das Bundesamt für Naturschutz hat bereits 107 invasive Arten in Deutschland gelistet. Das führt zu der Frage: Wie können wir unsere einheimischen Arten schützen? Es braucht ein Zusammenspiel von Monitoring, Aufklärung und aktiven Maßnahmen, um die Biodiversität zu bewahren. Denn letztlich sind es die kleinen Dinge in der Natur, die unser Ökosystem am Laufen halten.