Am Montag, an einem strahlend schönen Tag im Kanton Obwalden, wurde ein aufregendes Kapitel in der Geschichte der Bartgeier aufgeschlagen. Zwei junge Vögel, die den klangvollen Namen Joschi und Wildi tragen, wurden in die Freiheit entlassen. Auf stolzen 2200 Metern über dem Meeresspiegel, in der malerischen Nische bei der Melchsee-Frutt, durften die beiden etwa drei Monate alten, männlichen Bartgeier ihren ersten großen Schritt ins Leben wagen. Und das Beste? Die Auswilderung verlief ganz ohne Probleme! Die beiden Jungvögel haben bereits gefressen und scheinen sich in ihrem neuen Zuhause prächtig zurechtzufinden.

Die Bartgeier, die sich hauptsächlich von den Knochen toter Huftiere ernähren, haben es in der Vergangenheit nicht leicht gehabt. 1913 wurden sie im gesamten Alpenraum ausgerottet. Doch seit 1991 gibt es einen Lichtblick: In der Schweiz wurden bereits 56 junge Bartgeier erfolgreich ausgewildert, und seit 2015 haben 18 von ihnen ihre neue Heimat in der Melchsee-Frutt gefunden. Aktuell schwirren 35 erfolgreiche Brutpaare durch die Lüfte der Schweiz. Ein wahres Comeback, wenn man bedenkt, dass die Auswilderung von Jungvögeln fortgesetzt wird, um die genetische Vielfalt der Bartgeierpopulation zu erhöhen und Inzucht zu vermeiden.

Ein neuer Aufbruch

Die Freude über die Auswilderung wird von einer gewissen Dringlichkeit begleitet. Die Wiederansiedlung der Bartgeier in den Alpen ist zwar erfolgreich, jedoch bleibt die genetische Vielfalt ein kritischer Faktor. Ab 2026 sind weitere Auswilderungen in der Schweiz geplant. Denn die Analysen zeigen, dass trotz eines wachsenden Bestands erhebliche Inzuchtrisiken bestehen. Einige wildgeschlüpfte Jungvögel weisen Defekte im Gefieder auf, was auf die Folgen von Inzucht hinweist. Daher ist es wichtig, die Maßnahmen zur Verbesserung der genetischen Diversität fortzusetzen. Ein internationales Projekt zielt zudem darauf ab, die Alpen- und Pyrenäenpopulation zu verbinden, um den Genpool zu erhöhen.

Die beiden ausgewilderten Bartgeier, Joschi und Wildi, stammen aus Zuchtlinien, die im Wildbestand selten vertreten sind – einer von ihnen kommt aus der österreichischen Eulen- und Greifvogelstation Haringsee, der andere aus dem spanischen Wildtierzentrum Vallcalent. Vor ihrer Freiheit verbrachten sie Zeit im Natur- und Tierpark Goldau SZ, wo sie mit einem GPS-Logger ausgestattet wurden, um ihre Bewegungen zu überwachen. Super spannend, oder? Die Naturfreaks können sich also auf spannende Einblicke in das Leben dieser beeindruckenden Vögel freuen.

Ein Blick in die Zukunft

Die aktuelle Situation bringt auch eine Pause im Auswilderungsprojekt mit sich. 2025 wird keine neue Auswilderung stattfinden, da die Nachfrage nach Jungvögeln in anderen Regionen hoch ist und genügend Tiere für das Zuchtprogramm benötigt werden. Wer mehr über die Auswilderungen im Jahr 2026 erfahren möchte, kann sich ganz einfach per E-Mail an info@bartgeier.ch wenden.

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Die Bartgeier haben also einen langen Weg vor sich, aber die Fortschritte sind ermutigend. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Population entwickeln wird und ob die Anstrengungen, die genetische Vielfalt zu erhöhen, Früchte tragen. Ein Abenteuer, das erst am Anfang steht!