Cholwald: Zwischen Abfallwirtschaft und ökologischer Verantwortung in Nidwalden
Heute ist der 22.06.2026 und wir werfen einen Blick auf die Entwicklungen rund um die Deponie Cholwald in Ennetmoos, Nidwalden. Ein Thema, das nicht nur die lokale Bevölkerung betrifft, sondern auch weitreichende Auswirkungen auf die Abfallwirtschaft in der Region hat. Die Deponie, die sich an der Grenze zum Kanton Obwalden befindet, soll nämlich erweitert werden. Das klingt auf den ersten Blick vielleicht nicht aufregend, doch hinter dieser Entscheidung steckt eine Menge Planung und die Notwendigkeit, die Entsorgungssicherheit langfristig zu gewährleisten.
Der Regierungsrat hat eine Teilrevision des Richtplans auf den Weg gebracht, und die öffentliche Mitwirkung startet am 1. Juli und endet am 31. August. Ein wichtiger Schritt, denn ohne diese Erweiterung drohen in wenigen Jahren Engpässe bei der Ablagerung von Abfällen des Typs E. Wie wir wissen, ist die Deponie Cholwald eine Reaktordeponie, in der nicht brennbare oder schadstoffbelastete Abfälle wie asbesthaltige Materialien oder kontaminierter Boden entsorgt werden. Die Kapazitäten der vierten Etappe sind bald erschöpft, weshalb nun eine fünfte Etappe geplant wird.
Ökologische Verantwortung trifft auf Entsorgungssicherheit
Doch so einfach ist es nicht. Die geplante Erweiterung liegt in einem BLN-Gebiet von nationaler landschaftlicher Bedeutung. Das ist eine große Herausforderung, denn die Regierung gewichtet die langfristige Entsorgungssicherheit höher als die Eingriffe in die Landschaft. Auf den ersten Blick klingt das vielleicht nach einem Kompromiss, der nicht jedem gefällt, aber es sind auch Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen. Hierzu zählen Aufforstungen, ökologische Aufwertungen und eine landschaftsverträgliche Gestaltung. Das ist doch mal ein Ansatz, der zeigt, dass man umweltbewusst handeln möchte!
Bei der Erweiterung handelt es sich nicht nur um ein Stück Land, das vergrößert wird. Es geht um eine langfristige Strategie, die die Abfallwirtschaft in Nidwalden stabilisieren soll. Denn andere mögliche Standorte für Deponien könnten frühestens in rund 20 Jahren in Betrieb genommen werden. In dieser Zeit ist der Bedarf an sicheren Ablagerungsmöglichkeiten unbestritten. Deshalb wird die Erweiterung auch als verhältnismäßig beurteilt.
Technische Herausforderungen und innovative Lösungen
Interessant ist auch die technische Seite der Deponie Cholwald. Die bisherigen Arbeiten, die zwischen 2012 und 2013 durchgeführt wurden, umfassten den Bau eines speziellen Kanals aus Asphaltdichtungsbahnen. Dieser Kanal dient zum Anschluss der Tiefenentwässerungsleitungen an ein Schachtgebäude. Vielleicht hört sich das nach nichts Besonderem an, aber die Umsetzung war alles andere als einfach. Extreme geometrische Verhältnisse machten die Montage zu einer echten Herausforderung. Hier kamen Silfertiger und multifunktionale Windenfahrzeuge zum Einsatz – eine Technik, die nicht alltäglich ist und die zeigt, wie hochentwickelt die Verfahren mittlerweile sind.
Die Genehmigung der gesamten Erweiterung erfolgt letztlich durch den Bundesrat, nachdem die Stellungnahmen geprüft wurden. Man darf gespannt sein, wie die Bevölkerung auf die geplanten Maßnahmen reagiert und ob die öffentliche Mitwirkung zu einem konstruktiven Dialog führt. Denn letztlich sind es die Bürgerinnen und Bürger, die an vorderster Front von den Entscheidungen betroffen sind. Es bleibt also abzuwarten, ob die Balance zwischen Entsorgungssicherheit und ökologischer Verantwortung gefunden wird.
