Am 22. April fand in Stans, Nidwalden, ein wichtiges Netzwerktreffen unter dem Titel „Frühe Kindheit“ statt. Rund 100 Fachpersonen aus den Bereichen Gesundheit, Bildung und Soziales kamen zusammen, um über die Herausforderungen von Vorschulkindern mit Migrationshintergrund im Schweizer Bildungssystem zu diskutieren. Ziel war es, die Schwierigkeiten, mit denen viele Familien konfrontiert sind, ins Rampenlicht zu rücken und Lösungsansätze zu entwickeln.

Ein bewegender Moment war die Schilderung eines Vaters, der seine eigenen Erfahrungen mit dem Schulsystem teilte. Diese Erlebnisse spiegeln die Realität vieler Betroffener wider und verdeutlichen die Notwendigkeit, frühzeitig Beziehungen aufzubauen und Erwartungen zu klären. Ein zentrales Ergebnis des Treffens war, dass Eltern als Partner in den Bildungsprozess einbezogen werden sollten. Einfache Maßnahmen, wie Einladungen zu Institutionen und verständliche Erklärungen, können oft eine große Wirkung erzielen.

Sprachliche Barrieren überwinden

Ein weiteres zentrales Thema des Netzwerktreffens war die sprachliche Verständigung. Es wurde betont, dass sowohl Kinder als auch Eltern Deutsch lernen sollten, um die Integration zu erleichtern. Übersetzungshilfen und visuelle Unterstützung können hierbei helfen, sprachliche Barrieren zu überwinden. Gleichzeitig ist es wichtig, dass Familien ihre Familiensprache pflegen, um die Mehrsprachigkeit zu fördern. Fachpersonen spielen eine entscheidende Rolle dabei, Eltern zu informieren und zu vernetzen.

Die Empfehlungen für Eltern sind klar: Ab dem dritten Lebensjahr sollten Kinder in Spielgruppen und Kitas Kontakt zur deutschen Sprache haben. Dies ist besonders wichtig, da fast jedes zweite Kind unter sechs Jahren in Deutschland einen Migrations- oder Fluchthintergrund hat. Diese Kinder sind oft in Kindertageseinrichtungen unterrepräsentiert, was nicht nur ihre Entwicklung, sondern auch ihre späteren Bildungschancen beeinträchtigen kann.

Der Einfluss der Corona-Pandemie

Ein aktuelles Projekt beschäftigt sich mit den Gründen für die geringere Kita-Nutzung von Kindern mit Migrationshintergrund, insbesondere vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie. Die (Teil-)Schließungen von Kitas während der Pandemie haben diese Gruppen besonders stark getroffen. Es wird untersucht, wie sich der sogenannte „Early Education Gap“ verändert hat und welche Gruppen besonders betroffen sind. Die Ergebnisse könnten wertvolle Hinweise für politische Handlungsmöglichkeiten zur Verbesserung der Nutzung von Bildungspotenzialen liefern.

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Das Netzwerk „Frühe Kindheit“ in Nidwalden, das seit 2018 besteht, fördert den Austausch zwischen Fachpersonen und ermöglicht es, gezielt auf die Bedürfnisse von Familien mit Migrationshintergrund einzugehen. Die halbjährlich stattfindenden Netzwerktreffen sind ein wichtiger Schritt in Richtung einer gerechteren Bildungslandschaft in der Schweiz.

Die Herausforderungen, vor denen Familien mit Migrationshintergrund stehen, sind vielschichtig und erfordern ein gemeinsames Engagement aller Beteiligten. Mit einem verstärkten Fokus auf frühe Bildung und einheitliche Unterstützung können wir dazu beitragen, dass alle Kinder die gleichen Chancen auf eine erfolgreiche Zukunft erhalten.