In Stans, Nidwalden, gibt es Neuigkeiten, die sowohl die Gemeindeverwaltung als auch die Bürgerinnen und Bürger bewegen könnten. Bernadette Würsch, die seit Dezember 2015 als zentrale Figur in der Gemeinde tätig ist, hat beschlossen, ihre Zelte zum Ende Oktober 2026 abzubrechen. Ein Schritt, den sie auf eigenen Wunsch geht – und dabei bleibt natürlich ein Hauch von Wehmut in der Luft. Wer ihre Arbeit in den letzten Jahren verfolgt hat, weiß, dass sie weit mehr als nur eine Funktion inne hatte.
Seit 2019 führt Würsch die Geschäfte als Gemeindeschreiberin und hat sich in dieser Zeit in verschiedenen verantwortungsvollen Rollen bewährt. Als Abteilungsleiterin für Zentrale Dienste sowie Soziales und Gesundheit hat sie zahlreiche Projekte geleitet, darunter die Umsetzung eines kooperativen Führungsmodells und die Projektkoordination für die Zukunftsplanung am Mettenweg. Ihre Expertise wird vom Gemeinderat sehr geschätzt, der in einer offiziellen Stellungnahme sein Bedauern über ihre Kündigung zum Ausdruck bringt und ihr für die hervorragende Leistung dankt.
Würdigung und Ausblick
Gemeindepräsident Lukas Arnold hebt in diesem Zusammenhang besonders ihre Fachkompetenz, ihr Verantwortungsbewusstsein und ihre Verlässlichkeit hervor. Wenn man bedenkt, wie viel Herzblut Würsch in ihre Aufgaben gesteckt hat, ist es kein Wunder, dass ihre Entscheidung, die Gemeinde zu verlassen, einige Wellen schlägt. In Zeiten, in denen die Untervertretung von Frauen in politischen Gremien ein heißes Thema ist – man denke nur an die aktuellen Zahlen des Schweizerischen Gemeindeverbandes, die besagen, dass nur rund 19% der Gemeindepräsidien in der Schweiz von Frauen besetzt sind – ist es besonders bemerkenswert, wie Würsch in ihrer Rolle glänzen konnte.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Der Frauenanteil in Gemeindeexekutiven beträgt etwa 27%, was auch nicht gerade berauschend ist. Genf führt die Rangliste mit nahezu 38% an, während der Kanton Basel-Stadt mit 33% und Basel-Land mit 30% ebenfalls gut dastehen. Im Vergleich dazu scheint Stans, wo Würsch eine wichtige Rolle gespielt hat, fast schon wie ein ungeschliffener Diamant. Ihre Abwesenheit wird sicherlich eine Lücke hinterlassen, die nicht leicht zu füllen sein wird.
Inmitten dieser Veränderungen bleibt die Frage, wie die Gemeinde Stans und die Politik insgesamt auf die Herausforderungen der Gleichstellung reagieren werden. Es ist klar, dass es noch ein langer Weg ist, um die Geschlechterverhältnisse in der Kommunalpolitik zu verbessern. Die überparteiliche Bewegung „Helvetia ruft!“ versucht, genau hier anzusetzen und Frauen zu ermutigen, sich politisch zu engagieren. Die internationale Bürgermeisterinnenkonferenz in Schaffhausen, bei der auch prominente Politikerinnen wie Bundesrätin Karin Keller-Sutter vertreten waren, zeigt, dass es einen starken Willen gibt, die Stimmen von Frauen lauter werden zu lassen.
So bleibt uns nur, Bernadette Würsch für ihre geleistete Arbeit zu danken und ihr alles Gute für die Zukunft zu wünschen. Ihre Spuren in Stans werden jedoch noch lange sichtbar bleiben.