Es war ein Tag voller strahlender Gesichter und bewegender Momente, als der Verein Sailability sein 20-jähriges Bestehen mit der Willi-Lutz-Gedenkregatta feierte. An diesem Tag am Bodensee, wo die Wellen sanft gegen die Boote plätscherten, versammelten sich zahlreiche Teilnehmer, um das Jubiläum gebührend zu zelebrieren. Der Verein, gegründet von Willi Lutz in Arbon, hat sich nicht nur etabliert, sondern ist zu einer nationalen Institution gewachsen, die Menschen mit besonderen Bedürfnissen durch das Segeln neue Horizonte eröffnet.

Sailability, das vor zwei Jahrzehnten ins Leben gerufen wurde, verfolgt das ehrgeizige Ziel, das Leben von Menschen mit Beeinträchtigungen aktiv zu bereichern. Mit einer Flotte von 25 Jollen, darunter die stabilen „Hansa 303“, die speziell für diese Zielgruppe konzipiert sind, wird der Traum vom Segeln Wirklichkeit. Diese Boote sind unsinkbar, einfach zu bedienen und werden sogar mit einem Joystick gesteuert. Sicherheit hat oberste Priorität: Alle Teilnehmer tragen Schwimmwesten, und ein Kran hilft Rollstuhlfahrern, in die Boote zu gelangen.

Ein unvergessliches Event

Die Regatta war mehr als ein Wettkampf – sie war ein Fest der Freude und des Miteinanders. Während die weißen Segel im Wind flatterten, wurde geklönt, gelacht und auch mal ein Tennisball aus dem Wasser gefischt! Die ausgelassene Stimmung war ansteckend, und man konnte spüren, wie viel Herzblut in dieser Veranstaltung steckt. Zivildienstleistende unterstützten tatkräftig und sorgten dafür, dass alles reibungslos verlief.

Zurückblickend auf das vergangene Jahr, zeigt sich, dass Sailability nicht nur bei der Gedenkregatta aktiv war. Am 10. Juni 2026 fand eine Mondscheinregatta des Yacht Club Arbon statt, und auch die Special Olympics National Summer Games in Zug standen auf dem Programm. Fünf Segelteams traten für Sailability an und zeigten, dass Inklusion mehr ist als nur ein Wort – es ist ein Lebensgefühl.

Inklusion auf dem Wasser

Das Konzept des Para-Segelns spielt hierbei eine zentrale Rolle. Es ermöglicht Menschen mit Behinderungen, gemeinsam mit oder ohne Behinderung zu segeln. Die Boote werden so angepasst, dass sie auch mit einer Hand gesteuert werden können, was die Teilnahme erheblich erleichtert. Inklusion wird durch das gemeinsame Segeln gefördert, Vorurteile werden abgebaut, und das Gefühl von Freiheit und Selbstständigkeit wird für jede und jeden greifbar.

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„Wasser ist barrierefrei, und alle haben die gleichen Wellen“, betont Ivo Gonzenbach, der Präsident von Sailability. Diese Überzeugung zieht sich durch die gesamte Arbeit des Vereins und ist der Antrieb für die zahlreichen Veranstaltungen, die über das Jahr verteilt stattfinden. So fand beispielsweise vom 20. bis 24. April 2026 eine Segelwoche am Untersee statt, die die Teilnehmer nicht nur seglerisch forderte, sondern auch die Schönheit der Natur erlebbar machte.

Ein weiteres Highlight war die zweite Schweizer Meisterschaft im inklusiven Segeln, die im Tessin stattfand. Solche Events beweisen, dass die Begeisterung fürs Segeln keine Grenzen kennt – und das nicht nur geografisch. Zudem wurde Matthias Kaiser am 21. April 2026 zum Sportler des Jahres 2025 von der IG Sport Region Arbon ausgezeichnet. Ein weiterer Beweis dafür, wie wichtig und wertvoll die Arbeit von Sailability für die Gemeinschaft ist.

Die nächsten Monate versprechen mehr aufregende Events und Begegnungen. Sailability wird weiterhin neue Wege beschreiten, um Menschen mit Beeinträchtigungen die Freude am Segeln näherzubringen und, ganz nebenbei, die Gesellschaft ein Stück weit offener und inklusiver zu gestalten.