Heute ist der 14.06.2026 und man könnte meinen, die Eisenbahn in der Schweiz sei ein gut geöltes Uhrwerk. Doch beim Vorfall am 12. August 2025 in Neuenburg-Vauseyon kam es zu einem beunruhigenden Zwischenfall, der das Gegenteil bewies. Die SBB, bekannt für ihren Pünktlichkeit und Präzision, entging nur knapp einer Kollision zwischen einem Güterzug und einem Regionalzug. Was war geschehen? Ein Güterzug hatte rechtzeitig bremsen können, jedoch aufgrund von Verständigungsproblemen zwischen den Lokführern und der Betriebszentrale in Renens war das Chaos vorprogrammiert.

Die Situation war alles andere als ideal. Zwei deutschsprachige Lokführer gerieten beim Rangieren auf das falsche Gleis. Als sie versuchten, die Situation über Funk zu klären, traten massive Kommunikationsprobleme auf. Ein Lokführer äußerte sich mit „pas compris“ – und forderte eine deutschsprachige Ansprechperson. Doch die Antwort der Zentrale ließ nicht lange auf sich warten: „Niemand spricht Deutsch.“ Das Resultat? Ein „riesiges Chaos“, wie es der Fahrdienstleiter treffend beschrieb. Nur mit Hilfe einer dritten Person konnte die Kommunikation schließlich auf Hochdeutsch gesichert werden. Unglaublich, oder?

Die Ursachen und Konsequenzen

Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) stellte in ihrem Abschlussbericht fest, dass die Hauptursache für diese Gefährdung die unzureichenden Sprachkompetenzen der Lokführer waren. Obwohl beide Lokführer die geforderten Sprachnachweise auf Niveau A1 mit Eisenbahnwortschatz hatten, waren sie nicht in der Lage, die kritische Situation in der französischen Amtssprache sicher zu bewältigen. Das führte dazu, dass ein Leermaterialzug von SBB Personenverkehr die Rangiergrenze überfuhr und auf das Streckengleis Richtung Neuchâtel gelangte. Glücklicherweise stoppte der entgegenkommende Güterzug von SBB Cargo etwa 50 Meter vor der drohenden Kollision, sodass es zu keinem Personenschaden kam. Aber die Frage bleibt: Wie kann es so weit kommen?

Ein Blick auf die internen Sprachregelungen der SBB zeigt, dass diese nicht den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Das Bundesamt für Verkehr hat nun verstärkte Kontrollen der Sprachkompetenzen angekündigt. Die SBB selbst bezeichnet den Vorfall zwar als Einzelfall, will aber die Kritik ernst nehmen und ihre Vorgaben überprüfen und anpassen. Ein Sicherheitshinweis wurde zudem an alle Bahnunternehmen gegeben, die Personal in fremdsprachigen Gebieten haben, um ihre Verfahren zur Sicherstellung der Sprachkompetenz zu überprüfen.

Die Bedeutung nicht-technischer Kompetenzen

Der Vorfall wirft auch eine größere Frage auf: Wie wichtig sind nicht-technische Kompetenzen (NTS) im Bahnbetrieb? Diese Fähigkeiten, wie Situationsbewusstsein, Entscheidungsfindung und Kooperationsfähigkeit, sind entscheidend für die Sicherheit und Effizienz im Betrieb. Laut den ERA-Leitfäden müssen NTS im Sicherheitsmanagementsystem adressiert werden. Es gibt spezielle Weiterbildungsangebote für NTS im Bahnsektor, aber die Wissenslücke über die Qualität der Vermittlung ist alarmierend. Das Projekt zur Förderung dieser Kompetenzen hat das Ziel, praxisnahe Konzepte zu entwickeln und den Wissenstransfer zu verbessern – ein Schritt in die richtige Richtung.

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In Anbetracht dieser Vorkommnisse bleibt zu hoffen, dass die SBB und andere Bahnunternehmen die notwendigen Lehren ziehen. Die Sicherheit im Bahnbetrieb darf nicht dem Zufall überlassen werden. Denn wenn es um Menschenleben geht, ist nur das Beste gut genug. Wir werden die weitere Entwicklung gespannt verfolgen.